28.06.2018 (1), Wanderung im Wildheuer- und Seilbahn-Paradies

Jedes Mal wenn ich einen schönen Ausflug geplant habe, erwache ich am besagten Tag etwas zu früh, möchte am liebsten sofort losfahren und -laufen.

Kurz vor 8 Uhr verlasse ich das Aaretal, reise im über den Brünigbahn, an

Giswil vorbei gen Luzern. Ab hier fährt kurzum eine Gummibahn

über die Gotthardautobahn zur Talstation Eggberge in Flüelen (und weiter zum Telldenkmal in Altdorf).

Mit der Eisenbahn würde die Reise über 1 Stunde dauern, der Bus benötigt knapp 30 Minuten (HalbtaxAbo und GA sind gültig).

Ein paar Minuten nach mir kommt auch meine Schwester Madeleine an. Gemeinsam laufen wir die paar Meter zur kleinen Luftseilbahn, die uns kurz nach 10 Uhr

mehr als 1’000 Meter in die Eggberge hochfährt.

Bald öffnen sich ungeahnte Ausblicke in die Tiefe, auf den Vierwaldstättersee mit seiner künstlichen Seerose (https://www.srf.ch/news/regional/zentralschweiz/seerose-wird-umgebaut-landschaftsschutzverband-wenig-begeistert-vom-neuen-projekt) und in die Berge rundherum. In der 15 Personen-Kabine werden während der 9-minütigen Reise alle wissenswerten Neuigkeiten und Informationen ausgetauscht.

Der Kanton Uri ist ein eigentlicher Seilbahn-Kanton: insgesamt 38 kleine bis mittlere, mehr oder weniger abenteuerliche Luftseilbahnen (http://www.uri.info/de/wunderwelt/seilbahn-eldorado), mit offenen oder geschlossenen Kabinen, für Waren, Menschen und Tiere erschliessen Bergdörfer und Alpschaften.

Eggberge, 1447 Meter über Meer, ein paar ältere und viele neuere Châlets, eine Kapelle, ein paar Bauernhöfe. Kaffee und Gipfeli, bevor ich gegen 11 Uhr meine Teleskopstöcke für die Wanderung bergan bereit mache. Stetig steigend führt die Schotterstrasse entlang von herrlich blühenden Matten.

Bald steigt uns der Duft des Bergheus in die Nase. Zum Glück werden hier noch keine dieser scheusslichen, stinkenden Plastikfutterballen produziert. Hier wird noch Heu und Emd in die Scheunen eingeführt und gelagert.

Anregender Gedankenaustausch mit einem Bauern der dabei ist neue Zaunpfähle zu erarbeiten. Nur noch 4 Bauern leben ganzjährig hier oben, arbeiten im Winter an den Sportanlagen und Skiliften und im Sommer auf ihren Höfen. Jungvieh sömmert hier weiter oben, Milchkühe sind in den Alpen gegenüber.

Seit ein paar Jahren sind im Sommer hier oben auch Möwen zu sehen, denen ist es unten im Tal zu warm, die Klimaveränderung macht sich auch hier rasant bemerkbar.

Bald führt der Weg durch lockeren Wald, an Hängen mit Alpenroseninseln und Heidelbeeerstauden vorbei, recht steil bergauf.

Gegen 13 Uhr erreichen wir den Fleschsee auf 1813 Metern über Meer.

Hier oben auf dem Pass zwischen Hüenderegg und Chalberweid bläst die Bise sehr stark, kalt ists, hin und wieder fallen ein paar Regentropfen. Die Fleschsee-Gaststätte ist, wie uns einheimische Wanderer mitteilen, wegen Streit und Missgunst geschlossen. Also müssen wir umkehren oder weiter gehen; ab hier führen alle Wege runter.

Meine Schwester hat Hunger, also wandert sie rasch weiter, talwärts zur Alp Selez,

wo die Alpwirtschaft offen ist.

Die Luft in der Hütte ist nicht sehr gut, also sitzen wir außen, lehnen uns an die sonnengewärmten Schindeln und essen Älplermakronen bzw Alpkäse, begleitet von trübem Apfelwein, frischem Lebkuchen mit Nidle und Kafi.

Gestärkt nehmen wir das letzte Stück des Weges nach Ruogig in Angriff. Kurzer Schwatz mit weidenden Kälbern und bestaunen der blumenreichen Alpweiden.

In 2 langen, steilen Sektionen mit Kabinen zu 6 bzw zu 4 Personen, geht die Bahn von Ruogig runter ins Schächental,

nach Bürglen Brügg. In den steilen Abhängen werden gerade die letzten Fuder mit Bergheu beladen.

Mit dem Postauto fahren wir weiter nach Flüelen Bahnhof.

Kurzes Relaxen auf dem Bahnhofsplatz bzw am Hafen,

16.30 trennen sich unsere Wege, meine Schwester fährt heim in ihr Zürich.

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