05.07.2020, Radtour ins Tal der weissen Lütschine

Entschliesse mich endlich mal wieder eine richtige Tagesradtour zu unternehmen. Noch immer ist der rechtzeitige Start das schwierigste im Tag. Ich liebe mein morgendliches Ritual des Kaffeetrinkens, das Erledigen der Post und die Lektüre diverser Zeitungen.

Schon wieder ist es nach 11 Uhr, als ich mich endlich aufgerafft habe, mich in meinen Liegesessel fläze und losradle.

Immerhin schaffe ich es, Interlaken innert 35 Minuten zu erreichen. Schon vor der Höhenmatte zweige ich nach links ab und fahre gen Süden, über die Autobahn nach Wilderswil.

Hier überquere ich die Lütschine auf der alten Holzbrücke und radle bergan nach Gsteigwiler.

Immer wieder muss ich kurz anhalten, sei es um das prächtige Bergpanorama zu geniessen oder

um Züge der Berner Oberland Bahnen (BOB) zu fotografieren.

Übers Ried erreiche ich nach Überquerung der schwarzen Lütschine schliesslich Zweilütschinen.

Rechtsseitig der weissen Lütschine führt ein Mountainbikepfad nach Richtung Lauterbrunnen. Mal versuchen wie weit ich über diese Schotterpiste Radfahren kann.

Im Sandboden wo die Mountainbikeroute in Grasland übergeht, quere ich den Bach und die Eisenbahn

und fahre auf der Hauptstrasse ein paar hundert Meter weiter bis ins letzte grosse Dorf im Tal – Lauterbrunnen.

Verrückt diese Touristenströme, die vollen Wirtschaften, Busse und Züge. Niemand hat eine Maske auf, als ob es Corona nicht gäbe. Ich halte mich nicht auf, radle ohne Pause nun wieder auf der Nebenstrasse weiter bis zum Staubbachfall.

Der Fall hat seinen Namen zu Recht. Hin und wieder verbläst es ihn komplett.

Überall sind nun kleinere und grössere Wasserfälle und Rinnsale zu sehen.

Bald erreiche ich Stechelberg, von wo aus die Luftseilbahn in zwei Sektionen nach Gimmelwald und Mürren und in zwei weiteren Sektionen rauf aufs Schilthorn – Piz Gloria führt.

Siehst du den Masten sowie das Tragseil der Transportbahn nach Mürren? Parallel hierzu wird in den nächsten Jahren die neue Luftseilbahn zu Schildhorn gebaut werden.

Der Touristenverkehr läuft offenbar wie geölt. Jedes der alle halbe Stunde verkehrenden Postautos, führt einen zweiachsigen Anhänger mit.

Links und rechts der Strasse sind nun überdachte Bushaltestellen beziehungsweise Lawinenunterstände zu sehen. Ja, im Winter kann es hier im Tal schon recht gefährlich werden!

In Stechelberg Dorf und in der Rütti sind die Gastwirtschaften alle Rappelvoll. Also radle ich weiter, noch ein paar 100 Meter Bergan. Hier geniesse ich die Aussicht über das Tal, nach Mürren linksseitig oben über den Flühen und nach Wengen rechtsseitig oberhalb Lauterbrunnen. In der Luft liegt ein wunderbarer Heuduft!

Nettes Gespräch mit einer Familie aus dem Schwarzwald die zum Wandern hierher gekommen ist. Gerne leihe ich mein Trike für eine kurze Testfahrt aus.

Um 15 Uhr trete ich meine Heimfahrt an. Nun radle ich auf der grossen Hauptstrasse, im Tempo der meisten Autos.

In Lauterbrunnen umrunde ich die Kirche und

fahre erneut zum Staubbachfall, der jetzt in einem ganz anderen Licht erscheint.

Ein kurze Weile beobachte ich noch den interessanten Bahnverkehr im Umsteigebahnhof, sowie einen Richtung Wengen entschwindenden Zug.

Erneut fahre ich auf der Hauptstrasse. Der Heimfahrtsstress der Benzinkutschenkapitäne hat angefangen. Langsame Kolonnenfahrt. Etliche Möchtegernmachos haben offenbar ein Problem wenn ein Radler gleich schnell fährt wie sie. Immer wieder versuchen die Autoidioten mich mit halsbrecherischen Manövern zu überholen, um kurz darauf reinzudrängen und Vollbremsungen bei allen Auto hinter ihnen zu verursachen!

In Wilderswil habe ich genug!

Ich radle durchs Dorf, überquere auf der alten gedeckten Holzbrücke erneut die Lütschine und

radle dann rechtsseitig des Bachs nach Bönigen.

Auf der Uferstrasse rolle ich weiter nach Iseltwald und auf dem Naturweg zum Giessbach.

Uferstrasse in Bönigen
Ausblick nach Iseltwald. Im Hintergrund, am anderen Seeufer sehen wir Bregenz und oben drüber das Brienzer Rothorn
Immer wieder eröffnen sich neue Ausblicke nach Brienz den Mühlebach Wasserfall und das Brienzer Rothorn

Ein paar wenige Inder und Araber bestaunen zusammen mit mir das Giessbachhotel und die gleichnamigen Wasserfälle.

Eine letzte Steigung zur Axel Strasse. Eine Sausefahrt runter an den See. Halt nein, die Ausblicke sind so schön, dass ich unterwegs anhalten und ein paar weitere Fotos schiessen muss.

Kurz vor 19 Uhr, knappe 8 Stunden nach der Abfahrt erreiche ich wieder mein Heimetli.

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