08.08.2022, Schnarchkonzert

Gestern Nachmittag war es ungewöhnlich still im Zimmer. Jetzt in der Nacht findet offenbar ein Schnarchwettbewerb statt. Schrecklich! Ich schlafe extra auf der Seite damit ich nicht so viele Bäume zersägen muss.

Habe neue Hautcremes erhalten, die mich aber nicht wirklich überzeugen. Die Kühlung des linken Unterschenkels mittels in Octanisept getränkten Tüchern überzeugt mich auch nicht wirklich. Ich möchte mal wieder 8 Stunden in Ruhe schlafen.

Ich erhalte um Mitternacht weitere Antibiotika (alle 6 Stunden). Die Nachtschwester meint mich unbedingt zur Fixierung der Leitung mit neuen Pflastern zukleben zu müssen und mir dann eine Pille gegen das Beissen und die zunehmende Rötung geben zu müssen.

Um 1.30 Uhr wird mir eine Pille für den Schlaf verabreicht. Zusätzlich erhalte ich Ohropax. Endlich gegen 2 Uhr schlafe ich ein.

Erwache ganz gerädert am frühen Morgen. Henusode, ich werde den Tag überleben und kommende Nacht hoffentlich besser schlafen.

Kurz vor 6 Uhr erhalte ich im Halbschlaf wiederum Antibiotika. es beisst mich am linken Ellbogen. Um halb 8 erwache ich plötzlich. Antibiotika ist drin aber dann habe ich mir offenbar die Leitung ausgerupft. Ohne Pflaster beisst es mich bald weniger. Erstaunlicherweise habe ich kaum geblutet.

Der Älteste von uns 4 wird uns heute verlassen bzw nach Hause gehen. Schon am frühen Morgen ist H.B. ganz uflig und wäre bereit zu gehen.

Ich bewundere diesen Mann. Er wohnt zusammen mit seiner Frau, seit bald 50 Jahren, im 5. Stock eines Hauses ohne Lift. So wie ich, ist auch er schwergewichtig. Heutzutage kann er die Wohnung nicht mehr alleine betreten oder verlassen. Nur mit Unterstützung des Rettungsdiensts und deren Treppenraupe geht dies. Das Problem sind dann zusätzlich die Nachbarn, die Schuhschränklein und anderes Zeugs im Treppenhaus lagern.

Um 9 Uhr ist plötzlich unklar, ob Horst Heute das Spital verlassen darf. Die Visite am Nachmittag müsse abgewartet werden. Nach der Visite heisst es, erst am nächsten Tag werde er entlassen. Ein unlöbliches Hin und Her! Also telefoniert H. erneut seiner, daheim auf ihn wartenden Frau.

Am späteren Vormittag versucht mir ein Pflegefachmann eine neue Leitung zu legen. Es ist doch zum verrückt werden: plötzlich sind alle Venen, die immer mal wieder stark hervortreten, verschwunden. Nichts hilft, weder Wärme, noch Kälte, noch Nässe, noch Kitzeln. Schrecklich! Warum das?

Das heutige Mittagessen besteht aus einem geschmacklosen Omelett, Champignons ertränkt in heller Soße, Kartoffeln. Dazu erstmals ein Salat. Das Dessert besteht aus einer undefinierbaren Creme mit Schokostreuseln. Es schmeckt, naja!

Kaum ist alles erledigt wird mein linker Unterschenkel und Fuss erneut in eisigkalte Tücher gepackt, um die Schwellung zum verschwinden zu bringen.

Gegen 13 Uhr legt eine Pflegefachfrau mir, nachdem ich vorgängig eingewilligt habe, nach viele Ergebnislosen Mühen, eine Leitung auf dem vorderen linken Handrücken. Es schmerzt zwar recht stark, wenn jeweils die Leitung gespült wird, aber was sein muss muss sein.

Um 18.30 muss H.B. dann plötzlich raschestens zusammenpacken, der Rettungsdienst sei im Spital.

Horst B. Ich wünsche Dir und deiner Frau von Herzen alles Gute und noch viele schöne Jahre im trauten Heim! Leider habe ich es versäumt von Dir eine Foto zu machen, wie du das Spital verlassen hast.

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