26.03.2021, noch 1 Woche Winterzeit

Nur noch eine Woche in der Winterzeit. Ich sehne mich nach der Sommerzeit und den langen Abenden. Ich beschliesse, diese Woche früher als bisher aufzustehen, um den Wechsel gut zu überstehen. Oh bin ich nun jeden Tag eine kleinere oder grössere Radrundfahrt unternehmen.

22.03.2021

Entlang dem Brienzersee nach Ebligen und wieder zurück.

Beim Wildbach sehe ich zum wiederholten Male ein Gänsepaar. Jeden Tag lässt sie sich an einem anderen Ort nieder und wartet darauf dass ihr Gatte Nistmaterial bringe. Gewisse Männer haben einen harten Job. Es wäre schön, sie würden am Brienzersee bleiben und hier eine Familie gründen.

23.03.2021

Erst kurz bevor das Licht in den roten Bergen ausgeschaltet wird, denke ich um halb 7 abends daran, ein paar Fotos zu machen.

24.03.2021

Ein wolkenloser Tag. Wenn nur nicht diese kalte Bise wäre. Schon mitten im Nachmittag brauche ich Handschuhe.

An der linken Talseite entlang und dem Oltschibach entgegen pedale ich nach Meiringen. Die Luftwaffe, die Unnützeste aller schweizerischen Institutionen hat sich offensichtlich bereits in die Osterferien verabschiedet.

Rechtsseitig der Aare rolle ich durch das Schutzgebiet Juntzlensee und die Funtenen wieder Richtung Heimat..

In Brienzwiler Bahnhof bin ich dann aber so früh, dass ich kurzerhand den Berg hinauf ins Dorf fahre und dann über Bifing – Moos –

18.08 Uhr verabschiedet sich die Sonne

Acherli –

Stalden – Schried und oben rum nach

Oberschwanden –

Schwanden und Brienz trete.

25.03.2021

Muss frühmorgens ins Seeland.

In Interlaken Ost sehe ich beim Umsteigen mal wieder ein besonderes Beispiel von Verschlimmbesserung bei den SBB!

Warum müssen nach jeder Revision von Wagen neue, die meisten Kunden verwirrende Anschriften ausprobiert werden? Mehrere Jahrzehnte lang war der gelbe Balken zur Kennzeichnung der 1. Klasse jeweils auf der ganzen Wagenlänge vorhanden. Vor ca 20 Jahren wurde plötzlich nur noch der Bereich der Aussentüre und des Vorraums als 1. Klasse gekennzeichnet. Neuerdings ist der Vorraum und das WC nicht mehr erstklassig! Es wird nur noch der Einstieg und das halbe erste Abteil mit einem schmalen gelben Streifen, der von vielen Reisenden nicht gesehen wird, gekennzeichnet.

Eine andere Neuheit fählt mir heute auf. In Brienz meinte ich noch, mich verhört zu haben, als der Rückwärtsanschluss ausgerufen wurde. Hier in Interlaken Ost ist es aber genau gleich: es wird der Anschluss zum Intercity nach Basel, sowie der Rückwärtsanschluss mit dem gleichen Zug, dh im Interregio nach Luzern ausgerufen. Die Anschlusszüge nach Grindelwald und Lauterbrunnen werden hingegen nicht annonciert!

Zu meiner Zeit haben wir mit einem zusätzlichen Attribut im Fahrplansystem genau solche Unsinnigkeiten unterbunden. Offenbar haben neue Marketing- und Betriebsmitarbeitende unsere vorausschauende Arbeit jetzt wieder zunichte gemacht!

Zum Glück kann ich schon kurz nach Mittag wieder rauf ins Berner Oberland.

Also kann ich spät nachmittags doch noch eine kurze Radtour machen. Mich zieht es hinauf nach Oberschwanden, zur neu erbauten und eröffneten Gummbielbrücke und weiter ins Roossi, wo jetzt endlich eine neue Sperre bzw ein neuer Geschiebesammler gebaut wird.

Die vorhandenen vor zig Jahren erbauten Geschiebesammler wurde mehr schlecht denn recht unterhalten. Nie wurden sie unterhalten. Sie sind nun randvoll und nützen kaum mehr etwas.

Ich zweifle daran, dass der beim jetzigen Neubau der nun zweimal so grossen Geschiebesammler eine regelmässige, manuelle Entleerung durchgeführt werden wird!

Bevor ich wieder runter fahre zum See, fahre ich noch die Strasse Bergan bis das auf 870 Metern über Meer Schnee und Eis die Strasse bedeckt und ein weiterfahren mit Sommerpneus verunmöglicht.

Der neue Strand neben dem offiziellen Strandbad.

Zu Hause erlebe ich eine Überraschung: die vor zwei Wochen, online bei der gebana in Zürich bestellten 13 Kilo frische Bio Orangen aus Griechenland sind eingetroffen. Der Preis von 54 Franken ist mehr als günstig! Zudem erhalten die Produzenten so mehr Geld, als wenn ich Orangen in Coop oder bei Migros kaufen würde.Ich lagere die Orangen im kühlen Treppenhaus, wo sie bald einen wohlig süssen Duft verbreiten und sich lange gut halten.

26.03.2021

Am heutigen Freitag muss ich wie gewohnt (zweimal in der Woche) zur Wundbehandlung ins Spital Unterseen. Also lasse ich den Tag gemütlich angehen, trinke Kaffee, esse zuerst Orangen später ein paar grüne Spargeln und lese 4 online verfügbare Zeitungen und ein paar Zeitschriften.

Nach einer genüsslich langen Dusche, ich habe ein Problem mit Seifen, will trotzdem aber nicht stinken, beschliesse ich angesichts des milden Wetters mit dem Trike zu fahren. Erst 5 Minuten bevor ich aus dem Haus gemusst hätte, um mit Zug und Bus ins Spital zu reisen, fahre ich mit meinem Dreirad ab.

Ohne einmal anzuhalten radle ich auf der Hauptstrasse dem See entlang gen Interlaken. Etwas über 40 Minuten benötige ich um die 19.8 Kilometer bis vor die Spitalpforte zurückzulegen. Wie fast überall sind die 2-Radfahrenden auch hier benachteiligt, denn deren Parkplätze sind weitab vom Eingang. Ich bin zu früh. Das Behandlungszimmer ist zum Glück aber schon frei, ich kann mich gemütlich entkleiden und muss nicht lange warten.

14:30 Uhr kann ich mich bereits wieder in mein Trike setzen. Die Heimfahrt lasse ich jetzt gemütlicher angehen. Auf dem Höhenweg ist noch immer nichts los. Alle Gaststätten und auch die meisten Touristenshops sind geschlossen, die Touristen fehlen.

Nur ein Dienstbeflissener älterer Grieche, der. Schon längere Zeit in Interlaken wohnt, bietet an seinem Take away nebst allerlei Getränken, Bratwürste sowie Souvlaki mit Tzaziki an. So einen Fleischspiess kann ich mir nicht entgehen lassen. Ich geniesse ihn in meinem Dreirad liegend, mit freiem Ausblick auf die Jungfrau. Herrlich mundets!

Gegen 15 Uhr rolle ich weiter Richtung Interlaken Ost und auf dem Uferweg entlang der Aare zum unteren Ende des Brienzersees.

Ja, heute will ich über Bönigen – Iseltwald – Giessbach nach Brienz pedalen.

Siehst Du den Zug? Autos und Strasse sind selten so gut in die Landschaft integriert!

Immer wieder muss ich kurz anhalten, um die Aussicht richtig geniessen zu können, um meine Augen an Blumen zu laben (schnuppern nützt nichts) und für den einen oder anderen Schwatz mit Bekannten und Fremden. So benötige ich recht viel mehr Zeit, aber ich habe ja Zeit.

Gegen 16 Uhr erreiche ich die Türe des neu erstellten FluSto Sengg. Muss wirklich alles in Abkürzungen angeschrieben sein, auch wenn reichlich Platz vorhanden wäre, um etwas korrekt aus zu schreiben?!

Schöner Ausblick auf Iseltwald, das Schnäggeninseli und auf mein Heimatdorf Brienz mit meinem Hausberg Rothorn im Hintergrund.

Ob es wohl stimmt, dass die feinschmeckerischen Mönche des Klosters Interlaken früher auf dieser Insel eine Schneckenzucht betrieben?

Der Graben der Minachri ist noch immer mit Schnee gefüllt

Immer wieder muss ich auch anhalten um die Blumenpracht zu geniessen und dem vielstimmigen Gesang der Vögel zu lauschen.

Viertel vor fünf sehe ich vom letzten Hof oberhalb von Iseltwald, da wo ein wunderbarer Honig verkauft wird, das Giessbachhotel. Im Unterholz ein paar Hundert Meter weiter gelingt es mir, das Giessbachhotel nebenan an Kienholz und Schwanden zu fotografieren.

Also halte ich mich hier nicht lange auf.

Der meistens so stolz herabtosende Giessbach ist ein traurig machendes Rinnsal. Schade dass der weitaus grösste Teil des Wassers heute Tag und Nacht turbiniert und so zu Strom wird!

Nun heisst es nur noch einen letzten Anstieg bis zur Einmündung in die Axalpstrasse zu absolvieren.

Schussfahrt, halt nein so schnell geht es nicht. Es sind einige schöne Fotostellen bis runter zum See.

Mich dünkt, das Schilf oben am See, am Ufer der Wychelmatten sei heute besonders malerisch.

Der Aarelauf zum See hin und vom Hasli herkommend.

Kurz nach 18 Uhr erreiche ich mein Heimetli.

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