03.09.2020, Meiringen—Hasliberg mit dem Dreirad, nicht in der Gondelbahn

Auch heute bin ich nach der Lymphdrainage um halb 10 so müde, dass ich erst im späteren Nachmittag mich, ohne gleich einzuschlafen, in mein bequemes Liegedreirad setzen kann.

Nun fühle ich aber viel Energie in mir! Innert knapp 40 Minuten, erreiche ich das ungefähr 14 Kilometer entfernte Meiringen.

Etwas westwärts der Kirche, sie erinnert mich immer an meinen Geburtsort Saanen, beginnt meine heutige Bergstrecke, die alte Hauptstrasse nach Hasliberg Hohfluh.

15 Minuten später habe ich eine recht ansehnliche Höhe im lockeren Mischwald erreicht und kann endlich mal zwischen den Bäumen hindurch, zurück nach Meiringen und in die umliegenden Berge schauen.

Die Strasse ist zum Glück grösstenteils asfaltiert und einigermassen staubfein. Sie führt durch ein grosses Bergsturzgebiet.

Stetig geht es bergauf beziehungsweise für heimkehrende Radfahrende bergab. In Erinnerung an frühere Fahrten auf dieser Strasse, wechsle ich vor unübersichtlichen Kurven die Strassenseite. Ein paar Mal kann ich deswegen den mir grösstenteils allzu schnell und erst recht auf der falschen Strassenseite entgegen kommenden Zweiradfahrern gut ausweichen.

250 Meter über dem Talgrund tritt die Strasse aus dem Wald in den Schwand raus.

Nach der Überquerung des Hüsenbachs, bzw Louwenenbachs führt die Strasse in vielen Kurven bergan.

Um Rutschungen zu verhindern ist der Bach mit Schwellen vorbildlich stark verbaut.

Viertel nach 6 Uhr erreiche ich die untersten Häuser und Bauernhöfe von Hasliberg Hohfluh.

Gemütliche Fahrt durch den locker bebauten Ortsteil. Immer wieder öffnen sich neue Aussichten auf die umliegenden Berge.

In der Front von vielen Häusern wird auf den Verkauf von Nahrungsmitteln aus einheimischer Produktion hingewiesen. Natürlich kann ich da nicht einfach so vorbeifahren, sondern muss mal anhalten, um ein Stück gereiften, chüschtigen, letztjährigen Alpkäse, sowie einen halben Mutschler zu kaufen. Trotzdem dass mein Käse schon Vakuumverpackt ist, ist der Duft einfach herrlich! Am liebsten würde ich sofort reinbeissen.

Auf 1045 Metern über Meer habe ich den Kulminationspunkt der heutigen Radausfahrt erreicht. Ab hier geht es entlang von steilen Felswänden stetig leicht abwärts.

Immer wieder muss ich anhalten, um die schöne, ständig wechselnde Aussicht auf die Berge gegenüber und diejenigen in meinem Rücken zu geniessen.

Auf der Passhöhe des Brünigs mündet die Hasliberg-Panoramstrasse in den grossen Weg der Nationalstrasse 8, vom Berner Oberland in die Innerschweiz. Die Passhöhe der Strasse ist mit 1008 Metern, 6 Meter höher als diejenige der 20-30 Jahre später, 1888, erbauten Eisenbahn.

Erst 25 Höhenmeter unterhalb des Passes halte ich an. Hier geniesse ich die Aussicht auf das schon im Schatten daliegende Dorf Brünigen und die Berge im Hintergrund.

Diese grosse Passstrasse ist lärmig-laut und stark befahren. Ich bin es mir ja eigentlich gewohnt und erschrecke doch immer wieder, wie gewisse Autofahrer ihre Fahrzeuge führen. Sich und die Distanzen zu entgegenkommenden und in die gleiche Fahrrichtung fahrenden Autos, sowie meine Geschwindigkeit (zwischen 30 und 60 km/h) falsch einschätzend, werde ich immer wieder halsbrecherisch rücksichtslos überholt. Mehrmals muss ich eine Vollbremsung machen, um nicht auf stark abbremsende Autos aufzufahren.

Ich mache nur noch da einen Fotohalt wo ich eine sichere Strassenbucht finde.

Kurz oberhalb von Brienzwiler kann ich die Nationalstrasse 8 endlich verlassen und auf der lokalen Hauptstrasse ins Dorf fahren.

Mitten im Dorf, das ebenfalls schon fast komplett im Schatten liegt, zweige ich nach rechts ab, auf die Museumstrasse Richtung Ballenberg.

Im Bifing zweige ich erneut rechts ab und fahre über einen Feld- und Wiesenweg nach Hofstetten.

Ausblick gen Westen
Ausblick zur Oltschiburg im Süden
Auch das Brienzer Rothorn liegt schon im Schatten

Auf der Hofstetter Allmend muss ich trotz der fortgeschrittenen Zeit, es ist unterdessen 19.30 Uhr, einen längeren Halt einlegen.

Hier ist die letzte Möglichkeit, noch einmal die rot angehauchten Berge in meinem Rücken, im Osten zu geniessen.

Ich bin nicht alleine, auch andere Einheimische geniessen wie ich die friedvolle Stimmung!

Auch auf das Schwander Lauenen, einen weitere Kilometer näher an meiner Heimat, muss ich einen Halt einlegen, um meine Augen in Ruhe über den Brienzersee im Westen und auf die Berge rundherum schweifen zu lassen.

Zum Abschluss des Nachmittagsausflugs rolle ich runter an den See. im Gegensatz zu den vorderen beiden Halten, ist der Verkehrslärm hier schon sehr beachtlich und kann nicht einfach so negiert werden.

20:20 Uhr erreiche ich in der fortgeschrittenen Dämmerung mein Heimetli.

Ein weiterer schöner Tag ist vorbei!

Ein Gedanke zu “03.09.2020, Meiringen—Hasliberg mit dem Dreirad, nicht in der Gondelbahn

  1. Lieber Christoph, heute habe ich Dein Mail vom Donnnerstag Gelesen und mit Dir diese schöne Reise in der Abendstimmung gemacht! Wunderbar! Bist Du gut in Dein Heimetli zurück gekommen nach Deinem Besuch bei uns? Wir haben uns sehr gefreut,dass Du bei uns warst. Ob wir alles gchopfet haben was Du uns gelehrt hast, wird sich zeigen wenn wir es anwenden wollen. Nochmals vielen Dank für Deinen Besuch und den feinen Käse von Ruth und Fred

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