28.07.2020, Neues bzw Altbekanntes neu bzw wieder entdecken

Ich muss mal wieder was Neues entdecken. Auf recht leerer Strasse radle ich rechtsufrig nach Interlaken.

In Oberried, ausgangs Dorf Richtung Interlaken, auf der linken Seite unterhalb der Strasse, da wo früher der europaweit bekannte Feuerwerker Hamberger seine Feuerwerkshäuschen hatte und heute eine grosse Ferienhausanlage, das Florens Lake Resort & Spa entsteht, radle ich vorbei.

Auch in Interlaken halte ich mich nicht auf.

Der Verkehr auf der linken Thunerseeseite ist enorm. Trotz dem dass der Radweg meistens abseits der A8 durch die Dörfer Därligen – Leissigen – Faulensee nach Spiez führt, begleitet mich ein stetiger Lärmpegel der Benzinkutschen. Auch in Spiez rolle ich ohne anzuhalten durch das Städtchen! Oder ist auch nur ein Dorf?

Endlich kann ich dann abzweigen und auf kleinen Strässlein übers Spiezmoos –

Lattigen – zum Auwald radeln.

Aaahhh, hier ist das eidgenössische Labor Spiez zu Hause. Immer wieder ist in den News-Kanälen hiervon die Rede. Untersuchungen auf wissenschaftlich-technischer Ebene auf Gefährdungen durch atomare, biologische und chemische (ABC-) Ereignisse und deren möglichen Auswirkungen werden hier durchgeführt.

Ein paar 100 Meter weiter, noch tiefer im Wald, sehe ich den Richtungswegweiser zur Hamberger Feuerwerksfabrik. Hamberger war früher in Oberried am Brienzersee beheimatet.

Die Feuerwerkstechnik des alten Hambergers hat mich in jungen Jahren sehr fasziniert. Verschiedene Male durfte ich an Vorbereitungsarbeiten zu einem grösseren Feuerwerk dabei sein. Feuerwerker war ein kurzzeitiger Berufswunsch von mir. In der Rekrutenschule durfte ich dann immerhin lernen wie Sprengstoffe richtig in Aktion gebracht werden.

Wiederum nur 200 Meter weiter, erreiche ich ein Denkmal der besonderen Art: die 93 Meter lange Eisenbahnbrücke über die Kander. Die Stahlbrücke in Nieten-Bauweise, die einen grossen Bogen hat, wurde 1897 gebaut und in Betrieb genommen.

Direkt daneben wurde vor über 20 Jahren die Autobahnbrücke Richtung Simmental gebaut. Dies erschwert das Fotografieren erheblich.

Leider müsste ich auch über eine halbe Stunde warten um einen Zug auf der Brücke fotografieren zu können. Also radle ich weiter. Der Fahrrad- und Wanderweg führt nun im Untergeschoss der Autobahnbrücke über die Kander und

weiter nach Wimmis.

Auf kleinen Nebenstrassen pedale ich nun am Fusse des Niesen entlang ins Tal der Kander rein.

Mein geplantes Tagesziel, das Restaurant in Bad Heustrich, ist wegen Renovation bis Ende Monat, leider noch geschlossen.

Also rolle ich weiter nach Mülenen.

Überquere da die Kander auf einer altersschwachen, notdürftig instandgesetzten Stahlbrücke, direkt neben der Stahlfachwerkbrücke der Niesen-Bahn.

Am Himmel drohen bereits dunkle Gewitterwolken. Immer wieder mal ist ein Donnergrollen zu hören.

Auf der Suche nach einer mir genehmen Gaststätte, radle ich weiter nach Reichenbach im Kandertal –

Scharnachtal und schliesslich auch noch bergan nach Faltschen.

Es tröpfelt. Kein Restaurant ist offen. Entweder sind sie alle wegen Geschäftsübergabe oder Renovation oder Ferien geschlossen.

Stelle mich bei einer Scheune unters Dach. Lasse den zuerst leisen, dann immer lauter werdenden Regen über mich ergehen.

Keine 10 Minuten dauert es bis ich im strahlenden Sonnenschein weiter fahren kann.

Ich beschliesse, nach Aeschi hinauf zu radeln. Die Strasse ist nass, aber im Gegensatz zur grossen Strasse durchs Kandertal kaum befahren.

Auch hier, das gleiche Bild wie im Talgrund: 2 von 3 Beizen sind geschlossen. Bei den übrigen Restaurants gibt es Warteschlangen.

Also rolle ich weiter nach Krattigen.

Die ersten zwei Beizen am Strassenrand sind geschlossen. Ich gebe es entnervt auf, kaufe anstattdessen im Volg etwas zu essen und zu trinken.

Wohl gestärkt rolle ich weiter, talwärts nach Leissigen.

Ausgangs des Dorfes holt mich der nächste Gewitterregen ein. Flüchte in eine Unterführung.

Wiederum nur ein paar Minuten, dann kann ich weiter fahren.

In Interlaken mache ich, mit Ausblick zum Riesenrad, eine weitere Pause. Leider beginnt es aber auch hier bald wieder zu tröpfeln.

Also radle ich los, heimwärts, den Gewitterregen im Nacken.

45 Minuten später erreiche ich mein Heimatdorf. Die Gewitterwand steht immer noch über Niederried.

Allenthalben in den Dörfern am Ufer des Brienzersee blinkt die Sturmwarnung für die Schifflifahrer.

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