17.04.2020, Tagesausflug ins Urbachtal

Angesichts der guten Wetterprognose für heute habe ich mir eine längere Ausfahrt mit frühem Aufbruch vorgenommen. Es ist aber wie es ist, ich lese immer lange in den online-Zeitungen, studiere Mails und andere Dinge und habe somit Mühe frühzeitig bereit zu sein und loszufahren.

Erst spät zwischen 11 und 12 Uhr verlasse ich Brienz. Bis Brienzwiler rolle ich auf der Hauptstrasse,

Ab Brienzwiler bis zum Ortseingang von Meiringen führt diese Nebenstrasse. Ungefähr auf halben Weg liegen die Funtenen, ein ehemaliger Baggersee, worin gebadet werden kann.

dann auf der kleinen Strasse nördlich der Aare und der Eisenbahn.

Kurzes Telefonat mit der Kleinkusine, sie erkundigt sich nach meinem Ausbleiben beziehungsweise nach meiner voraussichtlichen Ankunft bei ihr in Innertkirchen.

Im Hirssi ergibt sich die nächste Möglichkeit Eisenbahn und Aare zu überqueren, ein kurzes Stück auf der grossen Strasse zu fahren und dann nach

Blick Richtung Meiringen und Innertkirchen
Links die Oltschiburg (von Osten aus gesehen sehr spitz), ganz rechts das unscheinbar wirkende Brienzer Rothorn mit anschliessendem Brienzergrat.
Blick nach Unterheid mit den unzähligen Wasserfällen des Wandelbachs.

Unterheid am südlichen Rand des Aarbodens abzubiegen. Die ursprünglich geplante Weiterfahrt auf der grossen Strasse, habe ich wegen dem grossen Verkehr sofort verworfen.

Die nördlichsten Berge der Engelhörner, dahinter liegt das Urbachtal.
Blick auf die Hasliaare, Meiringen und den Hasliberg

Ich bin froh, muss ich erst ab Wannerli oberhalb von Willigen auf die stark befahrene Hauptstrasse zu Susten- und Grimselpass fahren.

Nicht jeder Automobilist fährt anständig und korrekt: viele überholen äusserst knapp, lassen die Reifen quietschen, hupen mehrfach – nur ja den Fuss nicht vom Gaspedal nehmen.

Trotz dem dass es noch nicht warm ist, fahren viele Automobilisten aus dem Unterland, aus Zürich, Basel, Genf, Waadt, Solothurn und Aargau mit offenem Verdeck und in leichter Bekleidung.

Die “Passhöhe“ ist erreicht

Erst kurz vor 13 Uhr bin ich über den Kirchet hinweg und erreiche den Talgrund und das Dorf Innertkirchen. Verena und ihre 3 Grosskinder empfangen mich herzlich, wenn auch korrekt unter Einhaltung des Corona-Abstands. Nach einem kurzen Rundgang durch den Garten und etwas Spass und Spiel steht schon bald eine Gemüseröschti auf dem Tisch. Ooohhhlala, mit so etwas habe ich nicht gerechnet! Danke viumau!

Nicht lange nach dem Mittagessen muss ich mich losreissen, um das geplante Tagesziel zu erreichen.

Ausblick Richtung Sustenpass
Der markante Blattenstock
Die Felswand der Burg ist bis zu 600 Meter hoch

Nach ein paar letzten Metern in der Ebene, steigt die Strasse bald an. Das Gelände wird immer steiler und ist bald nur noch in Serpentinen zu bewältigen.

Ausblick auf Innertkirchen und den Hasliberg

170 Meter über dem Talgrund gibt es ein paar letzte Blicke zurück auf Innertkirchen und den Hasliberg.

Gehört das Urbachtal auch zum Welterbe Jungfrau-Aletsch oder warum sind hier mehrere solcher Kleber auf Strassentafeln?

Voraus öffnet sich das Tal.

Engelhörner – Dossen – Hangendgletscherhorn (vrnl)

ein weiter Talgrund, mit mächtig hoch ragenden Bergen. Tief beeindruckend!

Vor 40 Jahren war ich das letzte Mal hier im Tal, damals noch eine Schotterpiste, mit schwerem Rucksack, mit Pickel und Seil, sowie Steigeisen, wanderte ich in einer Gruppe Richtung Dossenhütte und Gaulihütte; Erinnerungen werden wach!

Langsam radle ich auf der nun komplett asphaltierten Strasse weiter ins Tal rein.

Plötzlich ist aus der Flanke des Mittagshiri, des Tennhorns oder kleinen Engelhorns Steinschlag zu vernehmen. Unwillkürlich verkrampfe ich mich und ziehe den Kopf ein – hier unten besteht jedoch absolut keine Gefahr.

Viele Bauern sind daran, ihre Alpschaften für den Sommer hier oben vorzubereiten. Erstaunlich viele Hütten werden heutzutage offenbar nur noch als Ferienlogis genutzt. Die meisten der Hütten wurden mit massiven Einsatz von Beton sicher vor Lawinen ausgebaut.

Oben in den Felsen und Eishängen hatte ich immer grosse Angst vor Steinschlägen – zum Glück habe ich nur einmal erleben müssen, dass einem Bergkameraden von mir, durch einen kleinen Stein eine riesig-klaffende und stark blutende Wunde am Kopf geschlagen wurde, mich schauderts noch immer!

Ich fahre bis ans Ende der geteerten Strasse bzw bis in die Nähe des Hopflouwi Lawinenkegels auf 900 Metern über Meer.

Die Kälte der nahen Gletscher ist hier oben in diesem tiefen Tal sehr deutlich zu spüren.

Also lasse ich mein Dreirad schon knapp vor 17 Uhr Talaus rollen,

Halte unterwegs aber dann doch noch ein paar mal an um zu dorfen und einfach auch um die Stimmung zu geniessen.

Welche Bedeutung hat das Unterste der 3 Schilder?

Verenas Kinder sind mir 200 Meter entgegen gefahren, plangen darauf gemeinsam zu radeln.

Leider muss ich bald weiter, ich habe noch einen “langen“ Heimweg. Ich kann dann aber doch nicht heim, ohne dem Endbahnhof der Kraftwerksbahn MIB (Meiringen-Innertkirchen Bahn) einen kurzen Besuch abzustatten und das abgestellte Rollmaterial anzuschauen und zu fotografieren.

Nur 2 Rollböcke der tpf (Transports publics fribourgeois), für was wohl?
Siehst du die Anschrift an der roten Borde?
„Darf das Netz der MIB nicht verlassen“
Die letzten 2 kurzen je 6-achsigen Schwerlast-Rollschemel der SBB Brünigbahn

Dann aber muss ich die Heimfahrt in Angriff nehmen. Bald habe ich den Kirchet überwunden und kann es Richtung Meiringen rollen lassen. Kurz vor Willigen mache ich einen letzten kurzen Halt, um die immer noch in der Landschaft stehenden, heute aber nicht mehr unterhaltenen, militärischen Panzersperren, im Volksmund auch Toblerone genannt, zu fotografieren.

Ohne weiteren Aufenthalt rolle ich dann auf der Südseite des Aarbodens, auf Nebenstrassen bis zum Brienzersee und heim an die Trachtlistrasse 1.

Immerhin 55 Kilometer und rund 500 Höhenmeter habe ich heute geschafft.

Diese Art der Bewegung tut mir unendlich gut! Und Du, wie hälst Du Dich in der Coronazeit fit und gesund?

2 Gedanken zu “17.04.2020, Tagesausflug ins Urbachtal

  1. Wie ich Dir geschrieben habe, mit einem 1stündigen Spaziergang mit dem Rollator über die Felder! Richtig langweilig nicht wahr? Ich kann Dich wirklich beneiden. Liebe Grüsse von Ruth

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