19.03.2020, Droht am Freitag eine Ausgangssperre?

Unsere Regierung lässt fast nur am Freitag jeweils von sich hören. Warum? Droht uns morgen Freitag eine Ausgangssperre?

Ich selber habe mich seit 12 Tagen nie mehr in einer Gruppe von mehr als 2 Menschen aufgehalten, ausser es war medizinisch bedingt! Warum können dies so viele Leute nicht auch tun? Ich ma mich nicht zurücknehmen. Aufgrund meiner Beobachtungen muss ich in verschiedenen Medien meinen Kommentar hierzu abgeben!

Schreit die Schweiz nach einer Ausgangssperre?!

Mit spontanen Massenpicknicks, Grüppchenbildung, Plausch am See, Begrüssungsumarmungen und dem generellen Ignorieren aller Warnungen haben hunderttausende Menschen (nicht nur, aber vorallem aus Ballungsgebieten) ihren innigen Wunsch kund getan, der Bundesrat möge bald die Bewegungsfreiheit der gesamten Bevölkerung drastisch einschränken.

Warum die Menschen in der Schweiz und auch in Europa so grosse Lust darauf haben, dass eine Ausgangssperre verhängt wird, ist nicht nur mir bis Dato unklar.

Steckt dahinter Masochismus? Habt ihr Lust auf Bestrafung und Erniedrigung? Fasziniert euch Staatsgewalt, törnen Euch Bussen verteilende Polizisten an?

Man darf dann überhaupt nicht mehr raus! Nicht nur nicht in Gruppen!

Leute schreibt eure Patientenverfügungen und eure Testamente. Das Testament könnt ihr zu Hause lassen, die Patientenverfügung und den Organspendeausweis aber solltet ihr jederzeit auf euch tragen!

Ich werde heute Nachmittag noch einmal eine Radtour unternehmen. Ab morgen wird das Wetter schlechter und ….! Wer weiss es heute, ob wir morgen überhaupt noch unsere Wohnungen verlassen dürfen.

Heute Mal schlafe ich während den Mittagsnachrichten im TV nicht ein. Um 14 Uhr bin ich unterwegs.

Vom gegenüberliegenden Ufer grüsst Iseltwald
Siehst du den Wehrturm oder ist es ein Kirchturm auf dem Hügel?
So versteckt, dass es die meisten Autofahrer nicht sehen, das Burgseewli

Jedes Mal wenn ich in Goldswil (zwischen Interlaken und Ringgenberg) vorbeifahre, sehe ich die Ruine auf dem Hügel und werde gwundrig. St. Peter heisst sie, ist über 1000 Jahre alt und wurde von Kuno von Ringgenberg den Äbten des Augustinerordens in interlaken übergeben.

Ausblick von der Schönegg in Goldswil nach Interlaken

In weniger als 1 Stunde erreiche ich, trotz ein paar Fotosstopps und heftigem Gegenwind, Interlaken.

Ausblick von der Schönegg zurück auf die Kirchenruine St. Peter

Es hat tatsächlich nicht viele Touristen und nur wenige Gleitschirmflieger auf der Höhenmatte und auf dem Höhenweg.

Vor allem die Einheimischen Gleitschirmflieger kümmern sich keinen Deut um die Anweisungen unserer Oberen, umarmen sich, feiern Party, liegen auf der Wiese.

Ich mag gar nicht lange ruhen, mache ein paar Fotos von Interlaken und den Schneebergen und radle alsbald weiter.

Bei der Eisenbahnbrücke über die Aare oberhalb von Interlaken warte ich eine knappe Viertelstunde um ein schönes Eisenbahn Foto schiessen zu können. Da kommt stundenlang kein Fussgänger, aber wenn der Zug kommt, muss unbedingt eine Person mir ins Bild latschen. Ich könnte mir die Haare raufen!

Ein weiterer Anblick der Kirchruine St. Peter in Goldswil
„Ou, bin i jetze ine ids Bild gloffe? Sicher nöd gäled si, ich han ja grad no rächtzytig aaghalte, ihr wänd ja Züg fotografiere“
Da entschwindet mein Fotoobjekt!

Noch einmal warte ich nicht.

Auf dem gekiesten Uferweg radle ich weiter in gemachem Tempo nach Bönigen, natürlich wieder mit diversen Fotohalten.

Der starke Westwind kräuselt den See und treibt mich heimwärts.

Auch in Bönigen gönne ich mir keine Rast,

sondern bummle entlang dem See weiter nach Iseltwald.

Erst am Ortseingang von Iseltwald stoppe ich, um lokal produzierten 2-jährigen Alpkäse zu kaufen. Familie Schilt, die den Schiltenhof, einen biologischen Milchwirtschaftsbetrieb führt, hat direkt neben der Abzweigung des Velowegs, einen Verkaufsautomaten aufgestellt. Wiederum habe ich vergessen Kleingeld mitzunehmen; dieses Mal aber habe ich Glück, Familie Schilt ist zu Hause und ich kann 2 Stück eines knapp 2-jährigen Alpkäses von der Bättenalp (der sich schon wunderbar zum Hobeln eignet), sowie eine Wurst kaufen.

Wer die Bättenalp noch nicht kennt, sollte schleunigst mal da rauf, in dieses Handyfreie, sagenumwobene Karstgebiet.

Ich verzichte darauf ins Dorf runter zu fahren, rede lieber noch ein wenig mit den zwei herzigen Hofeseln.

An der Südseite des Brienzersees ist vielerorts kein Seezugang möglich, dafür aber sind die Wege durch den Wald, unter steil aufragenden Felswänden und die kurze Wegstrecke direkt am Ufer, viel lauschiger als auf der Nordseite, wo die Strasse stark stört. Dass oberhalb der Strasse und des Velowegs auf der südlichen Seeseite die Nationalstrasse A8 (zum Glück über längere Strecken im Tunnel) verläuft, ist kaum zu hören.

Schnäggeinseli. Als Kleinkind hatte ich jeweils Albträume, weil mir erzählt wurde, grosse braune Schnecken würden hier jeden Eindingling auffressen
Ein Blick zurück nach Iseltwald
Da waren bösartige Nachtbuben am Werk
Wer hilft mir bei der Pflanzenbestimmung

Über Chüebalm – Schatthisi – vorbei am Autobahnrastplatz Glooten geht die Strasse rauf und runter. In der langezogenen Flur Hohflueh, einem parallel zum Ufer verlaufenden Tälchen ist von weitem das erste Mal das Giessbachhotel zu erblicken.

Siehst Du das (klein scheinende) Grandhotel Giessbach?
Wunderbarer Ausblick auf Brienz, den Mühlebachfall, das Brienzer Rothorn
Immer näher und grösser wird das Grandhotel, “mein Märchenschloss“!

Zuerst geht der nun nicht mehr asphaltierte, sondern gekieste Weg, durch einen feuchten Wald mit vielen Kleinstrinnsalen von den Schweibeflie (die Flühe unterhalb der Schweibenalp) runter und vielerlei Feuchtgebietspflanzen.

Immer lauter ist nun ein Rauschen zu vernehmen. Nach einer kurzen Fussstrecke erreiche ich nun die Giessbach Wasserfälle.

Urplötzlich stehen die 2 Sehenswürdigkeiten vor mir: links unten die Wasserfälle und das Grandhotel, rechts oben die höchsten Wasserfälle.

Der Giessbach donnert hier, insbesondere während der Schneeschmelze, über 14 grössere und 4 kleinere Stufen, rund 400 Höhenmeter, vom Berg runter in den See.

Das Hotel ist noch nicht offen. Nur eine weitere Radfahrerin und 3 Touristen aus Fernost sind hier und geniessen mit mir das Schauspiel.

Erst gegen 17.30 Uhr, als es ziemlich rasch kühler wird, weil die Sonne nun doch untergeht, fahre ich los.

Noch ein letztes Mal geht es steil bergauf, bis zur Axalpstrasse.

Nur noch wenige Fotohalte während der Talfahrt an der Engi vorbei zu den Brunnen.

Das letzte Wegstück, entlang dem Brienzersee bis zum Bahnhof Brienz und die letzten 300 Meter bis nach Hause sind nun rasch geradelt.

Knappe 42 Kilometer lang war diese einfache, nachmittägliche Radtour.

18.30 Uhr bin ich zu Hause. Ein letzter Blick auf die sonnigen Schneeberge.

19.17 Uhr, es ist schon dunkel, der Brienzergrat hebt sich nur noch wenig ab vom Nachthimmel.

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