18.03.2020, widersprüchliche Nachrichten noch und noch

Ich höre am späten Vormittag im Radio, wie ein Experte des BAG erklärt, Spaziergänge und Ausfahrten in die Natur seien für alle Menschen besser, als dass sie zu Hause faul herum liegen würden. Wichtig sei nur, diese Ausflüge alleine oder höchstens zu zweit zu machen. Was soll das? Gestern so und heute anders?

Sollen die über 65jährigen Alten jetzt doch raus, aus der Quarantäne entfliehen? Soll sogar ein Onkel seinen Neffen mitnehmen?

Henusode, ich habe beschlossen nach den Mittagsnachrichten noch eine einsame Ausfahrt in die Berge oberhalb von Brienz zu machen.

Leider schlafe ich während der mittäglichen Tagesschau am Fernseher ein und erwache erst kurz vor 15:00 Uhr.

Nun gibt es halt nur noch einen kurzen Ausflug:

von meinem Daheim aus, ohne vorzuwärmen, direkt bergan. Trachtlistrasse – Tal –

Buechwunni (Für alle die Brienzer Deutsch nicht verstehen: Leberblümchen)

Wildpark – Obers Gippi – Wellenberg

Birchen (Antenne) – Chummelen – Oberhusen

Sitschwald – Sitschenen.

Bis hierher ist’s asphaltiert. Ich fahre auf der Schotterstrasse noch bis zum Wendeplatz bei 1085 Meter über Meer.

Es ist toll, bis so knapp unter die Flühe des Dirrengrind radeln zu können. Gerne würde ich jetzt mit jemandem noch ein wenig weiter bergauf kraxeln. Vielleicht ist dies in der Zeit nach dem Coronavirus möglich?!

Etwas unter diesem höchsten Punkt ist die Aussicht auf die Berge rundherum und den See tief unten am Schönsten. Ich kann mich fast nicht losreissen, obwohl die Sonne bald hinter dem Briensergrat verschwinden wird.

Seit dem ich heute Nachmittag mein Haus verlassen habe und mich in meinen dreirädrigen Liegestuhl hineingelegt habe, habe ich keine Handvoll Menschen gesehen. Keiner war näher als 10 Metern.

Setzt mein Hirn richtig um, was ich hier sehe oder täuschen mich die Sinne?!

Die Bewegung, das Kurbeln der Pedale mit den Füssen, um dank Elektrounterstützung bis auf 1‘200 Meter zu radeln, ist für mich ein Lebenselixier.

Fast kein Autolärm hallt aus dem Tal rauf. Ich höre primär ein wunderbares Vogelzwitschern und Frühlingshaft lebendige Bäche.

Auf der Talfahrt mache ich in der untersten Haarnadelkurve im Sitschwald noch einmal eine längere Rast und warte den Sonnenuntergang ab.

Irgendwo unterhalb der Fluh übt jemand auf einer Trompete oder ist es ein Waldhorn? Fehlerfrei schön, hell und voll tönt es herauf, es ist ein Genuss, danke!

Kaum ist die Sonne untergegangen wird es eisig kalt. Ich ziehe zusätzliche Kleider an, dazu Handschuhe und dicke Mütze. Sausefahrt mit Fotostopps unterhalb der Antenne

und unterhalb vom Wildpark im (untersten) Tal

beim Trachtbachübergang bei der Dindlen

heim an die Trachtlistrasse.

Zu Hause angekommen, habe ich einen riesigen Hunger und eine nicht zu bändigende Lust auf ein BergkäseFondue aus meiner Geburtsregion. E Guete!

Ein Gedanke zu “18.03.2020, widersprüchliche Nachrichten noch und noch

  1. Machen wir das Beste draus. Liebe Grüße nach Brienz und häbs guet Robi

    Von meinem iPad gesendet

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