26.08.2019, direkt nach Zürich und über Umwege heimwärts

6:15 Uhr aus dem Haus. Immerhin es ist schon hell, aber der Sommer ist vorbei. Die Berge rund um Brienz ragen dunkel herauf, nur zaghaft wird es im Osten hell, die Sonne lässt aber noch lange auf sich warten.

Entlang Brienzersee, Thunersee und Aare fahre ich gen Bern, wo ich in den Intercity nach Zürich HB umsteige.

Treffe mein Schwesterherz Madeleine um 9 Uhr oben am Aufzug von Gleis 33. Kann ihr ein paar Zwetschgen von eigenen Bäumen in Brienz übergeben. Noch hat es, aber jetzt ist selber holen Pflicht!

Der Tag ist noch jung. Weitere Pläne habe ich keine, ausser dass ich mal wieder etwas in der Schweiz herum reisen und Eisenbahnen sowie Landschaften angucken will.

Schade, dass der Interregio nach St. Gallen – Rheintal – Chur heute nicht mit einem der „neuen“ Fernverkehrsdoppelstockzüge Twindexx von Bombardier geführt wird.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/SBB_RABe_502

Ich hätte gerne einmal eine ausführliche Testfahrt gemacht. Die SBB hat die Züge noch während meiner aktiven Zeit im Jahr 2010 bestellt. Sie hätten ab dem Fahrplanwechsel 2013 (Mitte Dezember 2012) im regulären Betrieb auf der West-Ost-Achse eingesetzt werden sollen. Der kanadische Konzern (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bombardier) der ursprünglich Skidoos, Motorschlitten, aller Art produzierte und erst spät ins Geschäft Flugzeugen und Eisenbahnen eingestiegen ist, hat es meines Wissens noch nie geschafft seine Fahrzeuge rechtzeitig und einwandfrei produziert, abzuliefern.

Also spaziere ich rein in einen vom schweizerischen Eisenbahnhersteller Stadler produzierten doppelstöckigen S-Bahn-Zug gemäss SBB ein Regio-Dosto.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Stadler_Dosto

Für alle Dauerkunden unverständlich ist diese unbequeme 2 + 2 Bestuhlung in der ersten Klasse. Ich erlebe nur die ersten 2 Minuten entlang dem Zürichsee, dann bin ich erschöpft eingeschlafen.

Im bündnerischen Weinbauort Maienfeld öffne ich langsam wieder die Augen, bin aber erst in Chur richtig wach. Hier endet die Normalspur für den Personenverkehr.

Wenn ich den schon mal hier bin, möchte ich gerne mit dem Glacier-Express nach Brig fahren.

Die Schlange vor dem Schalter ist mir aber allzu lange, prognostizierte Wartezeit circa 15 Minuten. Online kann ich die obligatorische Reservation nicht kaufen, schade! Also kaufe ich mir nur ein Mineralwasser und steige in den RE der schmalspurigen rhätischen önach Disentis/Mustér ein. Die vielen Halte, sowie die Fenster die geöffnet werden können, lassen das Reisen ein Genuss werden.

In Domat/Ems bzw in Ems Werk, im Industriekomplex der Familien Blocher endet das Normalspurgleis auch für die Güterzüge.

Nur knapp ein Kilometer weiter westlich liegt Reichenau-Tamins.

Auf der rechten Seite des Alpenrheins befindet sich die Bahnstation, auf der linken Seite erhöht über dem reissenden Fluss das Dorf Tamins. Hier verzweigen sich die Bahnlinien nach St. Moritz — Bernina — Tirano, sowie Disentis/Mustér — Sedrun — Andermatt — Brig — Zermatt.

Ausgangs der Bahnstation queren wir auf einer neuen Brücke den Hinterhein, der hier auf den Vorderrhein trifft und ab hier somit zum Alpenrhein wird.

Nun geniesse ich die Reise durch die tiefe Schlucht des Vorderrheins!

In den Bahnhöfen der Rheinschlucht steigen sicher Gruppenreisende aus. Es ist zum Schreien wie unorganisiert die Lehrer agieren: beim Anhalten sind die Schüler noch nicht bereit aufzustehen und auszusteigen. Dann wird nur bei einer Türe ausgestiegen und alle SchülerInnen (nicht nur die Bubis) meinen, sie müssten noch etwas turnen oder akrobatieren, bzw eine Show abziehen. So dauert jeder Halt über 5 Minuten!

Bald öffnet sich das Tal, wir fahren durchs weite Vorderrheintal.

Kurz nach dem Mittag erreichen wir mit 5-10 Minuten Verspätung

den rhätischen Endbahnhof Disentis/Mustér. Umsteigen auf den ungeduldig am gegenüberliegenden Gleis wartenden Zug der MGB > Mutter-Gottes-Bahn bzw Matterhorn-Gotthard-Bahn.

Der 1.Klassewagen ist ein aufgemotzter Altbau, jetzt voll klimatisiert mit kleinsten Schiebefensterchen. Nein, diese Wagen sind eine echte Zumutung, da drin reise ich nicht. Ich finde zum Glück noch Platz in der zweiten Klasse und erst noch mit einem Senkfenster.

Kurz vor 13 Uhr erreichen wir die Wasserscheide auf dem Oberalppass.

Die Wasserscheide ist nicht markant wichtig, es sind ja Rhein und Reuss, die beide Richtung Nordsee fliessen und sich in Koblenz vereinen.

Spontan steige ich aus, ich habe nämlich plötzlich einen Hungerast. In der Passgaststätte, esse ich einen Teller frischer wohlschmeckender Pommes. Erst beim Verlassen des Restaurants fällt mir der fürchterliche Geruch nach altem Pommes-Frites-Öl auf.

Im Wartesaal des Bahnhofs kann ich mein Handy, das vom andauernden Fotografieren recht schwach geworden ist, aufladen.

Kurz vor 14 Uhr geht die Reise weiter, entlang des Oberalpsees. Die Gletscher haben massiv an Volumen verloren.

In steilen Serpentinen geht es nun runter nach Andermatt. Hier steige ich um, will über Oberwald und dann weiter mit dem Bus über die Grimsel heimwärts fahren.

Der Steuerwagen des Regionalzugs ist neu ausgebaut und sehr bequem. Zum ersten Mal sehe ich bei einer Schmalspurbahn Steckdosen fürs Handy.

15 Uhr überfahren wir in dunkelster Finsternis die Wasserscheide zwischen Nordsee (Reuss-Aare-Rhein) und Mittelmeer (Rotten/Rhone).

15.10 reichen wir Oberwald. Ich „vergesse“ auszusteigen, habe mich unterdessen nämlich entschlossen bis nach Visp weiter zu

Genussvolle Reise durch das Goms, entlang der Rotten, runter nach Brig und Visp. Umsteigen auf den Intercity durch den Lötschberg-Basistunnel und nach weiterem Umsteigen nach Interlaken und eNtlang dem schönsten See

der Schweiz nach Brienz.

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