15.05.2019, letzter Reisetag

8 Minuten vor 4 Uhr weckt mich was. Wenn Ich nur wüsste was mich in den letzten Tagen immer wieder zu so früher Morgenstunde aus dem Bett springen lässt?! Ist es mein Tagebuchgewissen? Ich weiss es nicht. Henusode, stehe nun trotzdem auf und schreibe den Eintrag vom 14. zu Ende und korrigiere und schreibe anders.

Rasch wird es hell.

Dann läutet auch schon mein Wecker. Zeit für Morgentoilette. Ich verzichte heute auf das Duschen, meine Haut wird es danken.

Das Frühstück ist enttäuschend, die Damen sind überfordert, dreckiges Geschirr allüberall, Buffet halb leer, minimalste Auswahl.

Gegen halb neun spaziere ich zum Bahnhof, Rundgang übers Perron, Züge faszinieren mich von Neuem immer wieder.

1 Minute vor Zugseinfahrt ändert die Zugzielanzeige, die 1. Klasse ist nun ganz an der Spitze des Zuges. 400 Meter schneller Marsch!

Schöne Reise über die für Geschwindigkeiten bis zu 300 Kilometern je Stunde trassierte Neubaustrecke der Deutschen Einheit (http://www.vde8.de/BA-3212-Thueringer-Wald——_site.site..ls_dir._nav.817_likecms.html) nach Erfurt und weiter

über beziehungsweise durch den Thüringer Wald (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schnellfahrstrecke_Nürnberg–Erfurt), nach Bamberg —

Nürnberg (Spitzkehre) —

München, an 12.56 Uhr.

Ich habe eine halbe Stunde Zeit, mir die Füsse zu vertreten und mich, gegebenenfalls stationär, im Hauptbahnhof zu verpflegen.

Beim Ablaufen des Bahnsteigs (Ich bin ja ganz am Zuschluss in München gestrandet) sehe ich erstaunt, dass ungefähr ein halbes Dutzend zumeist ältere Männer, die Züge und am Schluss auch alle Abfallbehälter auf dem Bahnsteig nach deponierten Pfandflaschen und anderem mehr durchsuchen.

Also stelle ich auch eine leere Pfandflasche neben einen Abfalleimer.

Am Prellbock werde ich aber dann Zeuge eines unschönen Vorfalls: 4 Männer von DB Sicherheit, 2 Polizisten und ein Rotkäppchen der DB halten einen schwarzen Flaschensammler auf. Die weissen Flaschensammler lassen sie unbehelligt laufen.

In einiger Entfernung schaue ich zu und entschliesse mich dann zu ein paar Fotos.

Kurze Zeit später gesellt sich ein ziviler Polizist zu mir. Er zeigt einen Ausweis und ganz offen auch seine Waffe und sagt, ich würde mich strafbar machen. Er droht mir mit Polizeimassnahmen (was auch immer das heissen mag)! Ohalätz, auf eine Diskussion möchte ich mich angesichts möglicher Polizeigewalt nicht einlassen!

Ich marschiere schnurstracks zu meinem Zug. Beim letzten Zurücksehen, sehe ich, wie der Schwarze wieder seines Wegs gehen darf.

In etlichem Abstand verfolgt mich der Polizeier. Ich steige in meinen bereits freigegebenen Zug ein. Habe ein komisches Gefühl zwischen Angst und Wut in meinem Bauch!

Im direkten ICE reise ich nach Ulm und weiter Richtung Stuttgart — Mannheim.

Die Geislinger Steige (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Geislinger_Steige) bzw in Westrichtung der Albabstieg von über 110 Metern auf etwas über 5 Streckenkilometern von Amstetten (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Amstetten_(Württ))

nach Geislingen

ist immer wieder ein besonderes Erlebnis.

Diese Strecke zählte zu den ersten Gebirgsbahnen in Europa. Während meinen ersten Deutschlandreisen vor über 45 Jahren wurden hier noch fast alle Züge von extra beigestellten Schiebeloks nachgeschoben.

Über Stuttgart ist der Himmel offen, keine Wolken mehr sichtbar, das lässt hoffen.

Halb fünf, umsteigen in Mannheim. Hei ist das ein Gedräge, jedeR will die Erste sein!

Habe nun Hunger, bestelle mir ein Chili von Carne und einen Blattsalat begleitet von einem badischen Spätburgunder, herrlich!

Schöne Heimreise durch trübe badische Landschaften. Im Hintergrund ist der Ballon d’Alsace zu erkennen.

18.45 Uhr in der Schweiz, in Basel SBB. Dieses Mal muss ich umsteigen. Gegenüber meinem IC nach Interlaken steht ein neuer Giruno von Stadler Schweiz.

Kaum ist der erste dieser neuen Züge abgeliefert, wird er von den SBB abgenommen und steht nun schon im regulären Testbetrieb mit Reisenden – wahnsinnig, so etwas brächte Bombardier nie zustande.

21:30 Uhr erreiche ich Brienz.

3 Monate Interail vorbei.

Nun mache ich 14 Tage Pause,

bevor ich am 1. Juni nach Deutschland in die Ferien verreise.

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