14.05.2019, Vollmond, oder warum ’stehen so viele Leute neben ihren Schuhen‘?

Irgendetwas hat mich heute Früh um 3:52 Uhr geweckt. Nach schnellem Gang zur Toilette schlafe ich aber für weitere 2 Stunden, bevor ich durch das schöne Sonnenlicht wach werde.

Ich verzichte heute mal wieder aufs Frühstück, ich mag nicht extra über 20 €uro bezahlen!

Kurz nach sieben aus dem Hotel, durch die Stadt zum Bahnhof.

Der geplante Zug über Almelo – Bad Bentheim – Osnabrück ist gemäss Reservierungsübersicht im Handy und Auskunft am Bahnhof ausverkauft. Allerdings besteht der Zug auch nur aus anderthalb 1.Klassewagen, einem halben Wagen für das Bistro und einem 2. Klasse Wagen; ich kann es nicht glauben.

Henusode, bestaune nun zuerst ein paar Züge im Bahnhof,

bevor ich um 7.52 aus Zwolle abfahre.

Aus- beziehungsweise Umsteigen in Almelo, 08.30 – 08.45 Uhr.

Der Intercity nach Berlin besteht tatsächlich nicht nur aus 3, sondern aus 11 Wagen wovon 9 in zweiter Klasse, einem Barwagen und anderthalb Wagen erster Klasse.

Die Wagen sind mit unveränderbaren Wagennummern bemalt, wer kommt auf eine so dumme Idee? Was war wohl der Auslöser? Da zudem die Wagen, innen wie auch aussen, auch mit Displays ausgestatteten sind.

Alle nicht reservierten und teils auch die reservierten Sitzplätze der 1. Klasse sind von versoffenen nach Schweiss-Bier-Pisse stinkenden Reisenden belegt! Uuuuääääähhh, dieser Gestank ist extrem abstossend! Zum Glück finde ich ein ab Bad Bentheim reserviertes, leeres Abteil und setze mich mal da rein. Zum Glück kommen nicht alle Reisende die reserviert haben. Allerdings sind auch in diesem Abteil 2 Reisende aus Amsterdam drin, die extrem vor sich her stinken.

In Minden halte ich es nicht mehr aus, habe Brechreiz, verlasse den Zug fluchtartig. Lieber nicht nach Berlin fahren, als so!

ü

Sehr schönes Bahnhofsgebäude. Am und im Bahnhof wird umgebaut, deshalb mache ich, trotz Bedürfnis nach ausgiebig frischer Luft, hier keine Pause.

Ich steige darum in den nächstbesten Zug, einen RegioExpress der Westfalenbahn über Hannover nach Braunschweig, Ankunft eine Viertelstunde vor eins.

Schöner designter schweizerischer Doppelstockzug von Stadler. Die extrem schmalen Sitze im Obergeschoss sind überaus komische und mit grossem Abstand zur Wand angeordnet!

Faszinierend schöne Reise durchs norddeutsche Flachland.

In Braunschweig bin ich noch nie gewesen, wahrscheinlich aber schon durchgefahren. Die Stadt scheint sehr weitläufig zu sein, breite Strassen bzw Stadtautobahnen, breite Grüngürtel. Überlege mir, einen Stadtrundgang zu machen.

Leider gibt es am Bahnhof kein Tourismusbüro, also frage ich auf gut Glück bei den Verkehrsbetrieben. Die von mir im Gespräch mit ihrem Kollegen gestörte Verkäuferin, herrscht mich an, dies seien die Verkehrsbetriebe, es gäbe nur einen Plan von diesen.

Ok, ja gerne.

Wollen sie wirklich einen unserer Pläne?

Ja bitte.

Na dann eben – hier! Sie übergibt mir einen Faltplan von Tram- und Buslinien!

Wo befindet sich das Tourismusbüro?

Im Rathaus, fragen sie dort weiter, ….

Wo ist das denn?

Schauen sie auf den Plan, da gibts Haltestelle Rathaus.

Ich mag diese unfreundliche Damen nicht länger stören, zumal sie das Gespräch mit ihrem Kollegen schon wieder fortgesetzt hat.

Ich kaufe mir auf dem Bahnhofsplatz ein Körbchen frisch geernteter Erdbeeren, setze mich an die Sonne, geniesse.

13.10 fahre ich weiter mit einem IC2, einem Doppelstöcker in Richtung Magdeburg – Leipzig – Dresden.

Da aber keiner meiner Bekannten aus Leipzig oder Dresden zuhause zu sein scheint, entscheide ich mich kurzerhand neu und buche einen Sitzplatz im Anschluss ICE um 16.52 Uhr ab Halle Hbf Richtung Süden.

Von der Minibar, im Doppelstockwagen auch in Deutschland unterwegs, immer auf beiden Stockwerken!

Eine Stunde vor der planmässigen Abfahrt wird plötzlich eine Verspätung von 25 Minuten wegen einer echnischen Störung angezeigt. Die Verspätung wird stetig grösser.

Eine halbe Stunde nach der offiziellen Abfahrtszeit, ich habe unterdessen in einer Bahnhofsgaststätte Platz genommen,

wird eine Verspätung von 58 Minuten und kurz darauf der Ausfall dieses Zugs angezeigt.

Wie unzählige andere versuche ich um Auskünfte und Umbuchung des Zugs am Bahnhof Halle Hbf.

Innert Kürze sind nun aber alle Züge bis Abends um 22 Uhr ausverkauft, ohne dass ich einen Sitzplatz gekriegt hätte.

Also versuche ich mir einen Schlafplätze im früheren Hotel Dompfaff bzw heutigen “ibis styles“, für sage und schreibe 135 Euro zu buchen. Leider stürzt die App immer ab. Also laufe ich die 5 Minuten da hin.

Bei der versuchten Buchung herrscht mich die ibis-Dame mit Brille und strengem Blick plötzlich an, sie hätte jetzt eine Gruppe, die sie zuerst Einbrüchen müsse, ich solle mich an eine ihrer Kolleginnen wenden. Warum diese Unfreundlichkeit, wie im früheren Vor-der-Wende-Stil?

ihre Kollegin ist sehr hilfsbereit, kann aber wegen ibis Systemproblemen zuerst auch nicht weiterhelfen. Endlich, nach längerer Wartezeit und weiteren Unfreundlichkeiten der bebrillten Hexe, kriege ich ein Zimmer.

Kurzes Relaxen, Beginn des Tagebuchs.

‚Schöne Aussicht‘ über die Dächer der Stadt und auch gewisse Einsichten, um Beispiel ins Puff vis-à-vis.

Noch vor Sonnenuntergang muss ich aber raus zu einem Stadtspaziergang.

Leider hängt am Bahnhof auch hier keine gute Infotafel, alle Pläne und Fahrpläne sind extrem klein. Auch junge Leute haben ihre Probleme beim Lesen, nehmen die Lupe ihrer Handys zur Unterstützung. Witziges Gespräch mit einer jungen, im Bildungsressort beschäftigten Frau.

Mit einer Trambahn zum Marktplatz

Hier findet irgendeine Parteidemo zur anstehenden EU-Wahl statt.

Auf der anderen Platzseite machen stumpfsinnige Nazis Krach und Lärm. Furchtbar, dass diese braunen Kerle, diese Nazis schon wieder so erstarkt sind.

Mittendrin steht die untätige Polizei und tut nichts! Mitgegangen – mitgehangen – mitgefangen! Wie lange macht die Polizei da mit und unterstützt im Rahmen der Redegreiheit diese Mordsbuben?

Ich laufe entlang alter und vieler neuer Bauten

runter bis zur Saale und darüber hinweg.

Auf einem anderen Weg laufe ich dann wieder zurück in die Innenstadt.

Es ist unterdessen sehr kalt, ja Mann möchte fast sagen eisig kalt geworden.

Einkehr ins Hallesche Brauhaus. Geniesse ein dunkles Bier sowie Leberschnitten auf Kartoffelstock mit vielen gegarten Zwiebel-Früchtescheiben herrlich.

Gegen 22 Uhr wieder im Hotel.

Mag nicht mehr weiter schreiben, bin ko, schlafe kurzum ein.

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