30.03.2019, Munterwegs nach Trjavna

Das war nötig, ich habe endlich mal wieder richtig ausgeschlafen! Als mich der Wecker um 7 Uhr ein erstes Mal geweckt hat, habe ich mich noch einmal umgedreht. Frühstück um 10.15. Esse mal wieder viel Gemüse: Frühlingszwiebeln, Lauch, Peperoni und anderes mehr.

Nach dem Räumen des Zimmers, wandere ich zum Bahnhofplatz.

Bis mein Zug in Sofia um 12.57 abfährt,

habe ich noch genügend Zeit ehemalige Basler Trämmli, die in dieser Stadt ein 2. Leben erhalten haben, zu suchen. Ich muss jedenfalls nicht lange warten.

Anschliessend muss ich mir für den neuen Zug noch einen Sitzplatz reservieren lassen. Der Zug fährt auf Gleis 8, 3. ich bin ratlos! Polizeikräfte helfen mir weiter: Gleis 8, ganz am Westende.

Tatsächlich, das ganze Gleis ist leer, aber in 200 Meter weiter, schon fast ausserhalb des Bahnhofs, sehe ich 4 Wagen und eine Lokomotive.

Ich habe Pech, kriegte für die schöne Panoramastrecke nur noch einen mittleren eingeklemmten Sitzplatz im 6-er Abteil, 4 Frauen + 2 Männer (mich inkludiert).

Die anderen Reisenden sind allesamt Bulgaren, die kein Englisch verstehen, bzw nicht kommunizieren wollen. Obwohl ausdrücklich verboten (Verbotschild im Wageneingang), rauchen 2 Frauen munter elektronische Zigaretten. Als sie aber auch noch die Vorhänge komplett zuziehen und das Abteil verdunkeln, werde ich hässig und sage in Englisch laut und deutlich, ich wolle etwas sehen, ich sei zum ersten Mal auf dieser Strecke. Nun das nützt etwas.

Ich werde zwar von den Raucherinnen geifernd mit Schimpfworten (plötzlich sprechen sie englisch, nicht nur bulgarisch) bedacht, aber dann bleiben die Vorhänge halbwegs offen.

Sehr schöne Reise abgesehen von den dreckigen, das Fotografieren fast verunmöglichenden Fensterscheiben.

In Plewen verlassen diese 2 Frauen das Abteil. Wie auf Kommando reden die anderen Reisenden im Abteil nun sehr fröhlich im vorher stillen Abteil.

16.51 Uhr, 2 Minuten vorzeitig erreichen wir Gorna Orhajowica, wo ich umsteigen muss. In der Einfahrt sehe ich ein paar historische Lokomotiven und Züge. Schade, die Fotos werden nichts!

Bin schläfrig, trinke einen Espresso und esse ein Gutzi, für total 85 Stotinki, knapp 50 Rappen. Bestaune ein komisches Bahnwerbeplakat

17.25 geht die Reise weiter. Ich habe momentan einen ganzen Wagen eines 4-teiligen Elektrotriebzugs ER25 für mich.

Die Wagen haben allesamt Speichenräder und der Einstieg erfordert fast Kletterkünste.

Kann auf beiden Seiten je ein Fenster öffnen und fotografieren. Das Lanschaftserlebnis ist intensiver.

Nadisna steigen bei Unterwegshalte weitere Reisende ein. Alle öffnen trotz der abnehmenden Tageswärme die Fenster!

Fahre unterhalb Veliko Tarnovo vorbei, nun dunkelt es bereits.

18.55 in Trjawna.

Laufe gegen das Stadtzentrum zu, zum Hotel Hilez.

Freundlicher Empfang. Sehr schönes, fröhliches, witziges Gespräch mit dem Mann am Empfang. Einen Ortsplan kann er mir leider nicht geben. Von einem farbigen Prospekt mit vielen Fotos, aber ohne verständliche Aussagen gibt es nur 2 Exemplare, also auch nichts zum mitnehmen, aber wenigstens zum Ausleihen über Nacht.

Das Zimmer scheint noch nicht ganz fertig zu sein (fehlende Handtuchhalter, Nachttischlampen, Raumschmuck, usw) ist aber sehr sauber. Ich muss mich bücken um in die Spiegel zu sehen, das Bett ist viel zu tief unten, am Schreibtisch kann ich meine Beine nicht darunter platzieren. Die Matratze ist wunderbar.

Feines Abendessen im Restaurant, im Keller des Hotels.

Der Rezeptionist übersetzt für mich die Speisekarte, da die herzliche Restaurantchefin keine Fremdsprache versteht. Leider sind ausser einem Fleischvogel, alle anderen Gerichte offenbar nicht mehr vorrätig. Immerhin gibt es einen grossen Salat. Alles schmeckt wunderbar gut, auch das Bier!

Ein Gedanke zu “30.03.2019, Munterwegs nach Trjavna

  1. Lieber Christoph, danke für Deinen wunderschönen Bericht von Bulgarien und bin sicher, dass Du beim nächsten Packen Deiner Koffer auch ein Fensterputzmittel einpacken wirst damit Du durch die Fensterscheiben besser fotografieren kannst. Ganz herzliche Grüsse von Ruth und Fred

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