03.09.2018, jede Reise hat ein Ende oder ist es nur ein Unterbruch

Heute geht alles ein wenig langsamer! Vorderhand zum letzten Mal packe ich meinen Mammut Reiserucksack 69. Ich überlege es mir ja jedes Mal von Neuem ob ich der einfacheren Packart wegen, nicht doch einen kleinen Rollkoffer und einen Tages-Rucksack mitnehmen sollte, komme aber immer wieder zum Schluss, dass der Reiserucksack, mit integrierbarem Tagesrucksack, auch wenn die Rollen fehlen, das bequemste Transportgefäss ist. Nun erreicht dieser seit mehreren Jahrzehnten “treue Begleiter“ langsam aber sicher sein Lebensende. Mammut hat sowas nicht mehr im Sortiment. Kundendienst liegt der Geschäftsleitung nicht so sehr am Herzen wie die schnelle Kohle. Weiss jemand etwas Ähnliches, das sich ebenso für den Lufttransport (also ohne Aussentaschen und mit verschliessbaren Tragegestell) wie auch für übers Land eignet???

Erst nach 9 Uhr gehe ich frühstücken, mit Marmelade gefüllte Gipfeli, Kaffee (wie heisst ein ‘Lungo‘ mit kalter Milch?), Fruchtsaft, Joghurt. Kurz nach 10 deponiere ich mein Reisegepäck an der Rezeption, und fahre mit der Buslinie 1 ins Stadtzentrum.

Der Gratisbus auf den Schlossberg, zum Castello di Udine fährt nur am Wochenende, Heute muss ich selber laufen. Henusode, tut meiner Gesundheit gut, es gibt so auch viel mehr zu sehen!

Tolle Aussicht!

Fast ein wenig verschämt ist unterhalb der Schlossmauer ein Denkmal für Eliezer Levi Samenhof, den Begründer der Plansprache Esperanto (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Esperanto) zu finden!

In einem Strassenkaffee trinke ich noch einen Chinotto, bevor ich nach dem Mittag im Bus an den Bahnhof zurückfahre und ins Hotel laufe.

Vereinigung der Rucksäcke, Spaziergang zum Bahnhof und zum reservierten Wagen des Frecciarossa (https://it.m.wikipedia.org/wiki/Frecciarossa).

Einsteigen, denn pünktlich auf die Sekunde geht’s los. Recht nette Reise in diesem Protzzug der italienischen Staatsbahnen. Zu kurzes Rückenteil, nicht bewegbare Kopf bzw Nackenstütze, schweres ausgesessenes Leder, harter Plastikboden, ungenügender Bordservice und miserables, immer wieder unterbrechendes WLAN vermiesen die Stimmung auf längeren Reisen.

Geniesse die Reise trotzdem, schlafe ein und erwache erst auf den Brücken zwischen Venezia Mestre und Venezia Santa Lucia. Habe also den schnelleren Anschlusszug ab Mestre verpasst. Henusode, irgendwie und -wann werde ich schon noch heimkommen.

Bin froh, dass ich mir in Mailand eine einstündige Pause ausgesucht habe.

Es ist heiss in Mailand. Ich verlasse den Bahnsteigbereich nicht, suche mir eine wenig frequentierte Ecke, beobachte die Reisenden.

18.10 laufe ich zu meinem Astoro (https://news.sbb.ch/medien/artikel/72776/neuer-name-fuer-neigezug-sbb-etr-610). Den Namen noch nie gehört? Die FIAT-Nachfolgezüge des Cessoalpina ETR 470, die ETR 610 (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Alstom_ETR_610) heissen jetzt Astoro. So versuchen die SBB aus einem Alstom-Fiat etwas Tolles zu kreieren!

Pünktlich auf die Sekunde fahren wir um 18.23 ab um schon kurz darauf, noch vor dem Verlassen des Vorbahnhofs stark zuverzögern und in schnellem Schritttempo Milano zu verlassen. Der italienische Zugführer sagt mir auf Nachfrage hin,

ab 18 Uhr habe in Italien der Güterverkehr den Vorrang, wir müssten hinterherfahren, dies bessere erst nördlich der HUPAC Multimodal-Umschlagsbahnhäfe in Busto-Arsizio und Gallarate (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hupac).

Tatsächlich, kaum sind wir an den wartenden SBB Cargo bzw HUPAC-Lokomotiven vorbeigefahren, beschleunigt unser Zug endlich richtig. 15 Minuten Verspätung werden wir mindestens eingefahren haben. Henusode, ich habe Hunger und bestelle mir einen Teller Orecchiette (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Orecchiette) und mangels süffigem Rotwein, eine Flasche Falken-Weizen.

Bald fahren wir entlang des Lago Maggiore und halten dann in Stresa.

Noch immer über 10 Minuten Verspätung.

In Domodossola macht ein Schweizer (Zugchef und-oder Spassvogel?) die Durchsage, pressierte Reisende könnten nun in den nebenanstehenden BLS Zug umsteigen.

Kurz nach 21 Uhr in Spiez. Ja, hier, nördlich der Alpen ist es doch erheblich kühler. Anstatt über eine halbe Stunde auf den Zug nach Interlaken Ost zu warten, steige ich in den um 21.10 abfahrenden Bahnersatzbus ein. Zwanzig vor 10 in Interlaken Ost.

Erneut warten, bis dass der Bahnersatzbus nach Brienz um 22.04 abfährt. Knappe anderthalb Stunden vor Ablauf meines Interrails erreiche ich um 22.34 meinen Heimatort, mein Daheim!

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