24.08.2018, mehr als 2/3 meiner Ferien sind vorbe

Stehe früh auf, will einiges sehen, ein paar Kilometer weit reisen und den Tag nutzen bevor der (ganz sicher nicht von mir) langersehnte Regen einsetzt. Trinke einen Kaffee im Zimmer, dazwischen mal wieder rasieren, einpacken und Regenjacke hervorsuchen.

7.10 verlasse ich das Hotel. Kaum draussen an der frischen Luft beginnt es zu tröpfeln. Etwas schneller laufen, dann reicht es hoffentlich trockenen Fusses bis zum Bahnhof. Auf den letzten Metern unters Dach des Hauptbahnhofs von Danzig klappen alle die Schirme auf. Bald schüttet es und überschwemmt erste Strassen.

07.55 fährt mein Intercity, bestehend aus Lok, 3 B (2. Klasse) und 1 A (1. Klasse).

In der 2. Klasse gibt es schon ab hier Stehplätze, offensichtlich haben nicht alle die obligatorische Sitzplatzreservierung beachtet.

Der Regen hört bald wieder auf, die Luft riecht jetzt richtig frisch.

210 Minuten benötigt der Zug für die knapp 300 Kilometer bis Posen, mithin keine berauschende Geschwindigkeit.

Unterwegs gibt es einen sehenswerten Bahnhof: Bydgoszcz/Bromberg. Hier hat der Rollmaterialhersteller sein Fabrikationsgelände.

Der Bahnhof Posen ist quasi zweigeteilt. 3 überdachte Perrons mit je 2 Gleisen, altes Perrons mit je 2 Gleisen unter einem Parkhaus und neuem Bahnhofsgebäude, scheussliches, kundenfeindliches Produkt! Knapp 1 Stunde Zeit zum Umsteigen habe ich, bevor die Reise ins knapp 70 Kilometer entfernte Leszno/Lissa um 12.19 startet.

Der Zug fährt zügig ab wird aber nach 40 Kilometern sehr langsam. Offenbar werden grad die ganze Strecke und auch noch alle Bahnhöfe umgegraben und neue Bahnsteige gebaut. Trotzdem sind wir 5 Minuten vorzeitig beim Einfahrsignal. Ich schultere schon mal meinen Rucksack um rasch aussteigen zu können. Nun warten wir aber über eine Viertelstunde 500 Meter vor dem rettenden Bahnsteig. Viele Reisende haben unterdessen die Aussentüren geöffnet um ihrer Sucht, dem Rauchen, in den offenen Türen stehend, zu frönen. Ein norwegisch sprechende Polin sagt dies sei hier immer der Fall. Die PKP nehme auch keine Rücksicht auf die Fahrgäste.

Hämisch tönt die Durchsage aus den Lautsprechern des Zuges, wir würden noch länger vor dem Bahnhof warten müssen und unseren ausfahrenden Anschlusszug sehen können, der heute mit Dampf geführt wird und wegen dem ich herkam. Scheiss-PKP! Ich möchte irgendwann mal wieder in einem polnischen Zug reisen, der auf Anschlussreisende wartet, oder zumindest sauber ist und nicht nach Katzen- und Hundesscheisse stinkt.

Der Zug, in dem meine niederländischen Freunde Elko, der Heizer und Hendrik, der Lokführer ihre Freizeitarbeit verrichten, ist wie angekündigt weg, der nächste stinkende Dieselzug für Reisende fährt 5 Viertelstunden später.

Bei der Ausfahrt gibt es wenigstens einen schönen Blick auf dem Rollmaterialfriedhof von Leszno

Gestürm im Zug, der Zugchef sagt, mein Billett sei gültig, die Kondukteurin will Geld, ich mag das Gestürm nicht, bezahle 11.70 Zloty (3.13) für knappe 60 Minuten gemütliche Reise durch Bauernland.

Gegen 15.55 in Wolsztyn/Wollstein. Bei der Einfahrt steht links im Depot eine noch säuselnde Damflok. Ich mag heute, vorallem mit allem Gepäck am Rücken, nicht mehr da hin laufen. Werde es mir morgen eventuell noch antun. Wollstein/Wolsztyn ist meines Wissens das einzige Dampf-Lokdepot in Europa, von dem aus täglich 2 Regiozugspaare mit Dampffloks gefahren werden.

Nach 18 Uhr treffe ich auf der Hotelterasse auf Hendrik und Elko. Das Feierabendbier haben sie sich verdient!

Später laufen bzw radeln wir ins Dorf um da zu Essen. Im Hotel findet irgendeine Hochzeitfeier oder sonstwas statt.

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