21.08.2018, im West-Ost-Transit durch Deutschland

Habe nicht schlecht geschlafen obwohl ich die ganze Nacht die Klimaanlage habe blasen lassen müssen, damit meine Wäsche einigermassen trocken werde.

Die Hotelfrühstücke und das ‘Fressen‘ kotzen mich langsam an, obwohl bei diesen langen Tagen, da verbrauche ich viel Energie, die ich vorher irgendwie aufnehmen muss. Dabei wäre es viel besser, es ginge etwas vom grossen Bauch weg.

Gemütlicher Spaziergang an den Bahnhof von Eindhoven.

Das System der geschlossenen Bahnhöfe, bei denen Frau/Mann nur rein- oder durchkommt, wenn Mann/Frau eine Chipkarte oder ein kleines Bildchen/Barcode einscannt (ohne dass Mann/Frau etwas von sich preisgeben muss), funktioniert sehr gut. Nachstehend das Bildchen für meinen Interrail-Pass.

Auch bei uns in der Schweiz könnte so ein System viel zur einfacheren Benützung des öffentlichen Verkehrs beitragen und helfen die Preise stabil zu halten beziehungsweise zu senken.

8:19 Uhr fährt mein Intercity nach Venlo an der Grenze zu Deutschland.

Um 9 Uhr muss ich umsteigen, kurz nachdem der Zug die Maas überfahren hat. Zwar ist es recht weit zu laufen, dennoch reicht die Zeit, da klar und deutlich angeschrieben ist und ausgerufen werden wo welcher Zug abfährt. Mein Zug ist ein Flirt von Stadler Schweiz.

Kaum dass wir den Bahnhof verlassen haben, verlassen wir auch Niederlande.

Nur 20 Minuten durch ödes abgewracktes Niemandsland im hintersten, westlichsten Winkel von Deutschland dauert die Fahrt, bevor ich in Viersen erneut, diesmal innert dreieinhalb Minuten umsteigen muss, erneut in einen Flirt, aber einer anderen Gesellschaft, nämlich der DB.

Schon am dritten Bahnhof höre ich ein merkwürdiges Kratzen als der Schiebetritt eingezogen wird. Ein Halt weiter kann die Türe nicht mehr verriegelt werden. Hauptschalter raus, Hauptschalter ein, dann können wir fahren. Von nun an geht es an jedem Halt genauso weiter.

Wir erreichen Duisburg mit über einer Viertelstunde Verspätung, mein Anschluss ICE nach Berlin ist längst abgefahren. Also fahre ich im gleichen Zug weiter nach Essen Hauptbahnhof, schaue mir dort den neuen Bahnhof und viele Flirts

an und steige 1 Stunde später in einen ICE nach Berlin ein. Schöne Reise durch deutsches Niemandsland zwischen Rhein und Elbe.

Mal geht die Fahrt mit über 200 Stunden-Kilometern, dann wieder nur im Schritttempo. An etlichen Orten sind deutliche Spuren von Unwettern zu entdecken. Immer wieder gibt es eingleisige Streckenabschnitte, da im zweiten Gleis noch Schutt und Natur wegzuräumen ist.

15:15 Uhr erreichen wir Berlin Hauptbahnhof tief. Dieser Ort fasziniert mich immer wieder, seien es die vielen verschiedenen Ebenen, seien es diese unendlich vielen Verkehrsverbindungen, sei es die filigrane Baukunst aus Stahl und Glas oder das Tageslicht das bis in die tiefsten Ebenen eindringt.

Ohne Ziel und ohne Hast laufe ich durch den Bahnhof. Erst kurz vor 16 Uhr fahre ich mit einer S-Bahn, da ich noch etwas von der Stadt sehen will, auf der obersten Ebene ab Richtung Osten. An der Friedrichstraße überspringe ich einen Zug – wie sehr sich dieser Ort doch seit 1989 verändert hat!

Am Alex steige ich erneut aus. Im Schatten von „Ulbrichts Imponierkeule“, dem grossen Fernsehturm, trinke ich etwas und erinnere mich an schöne Erlebnisse in den achtziger Jahren.

Bald geht es aber weiter nach Berlin Lichtenberg,

wo ich in einen mit zwei kleinen Stadler DieselGelenkTriebwagen von DB geführten RE nach Stettin umsteige.

Ich geniesse die 2-stündige Reise sehr, kann ich doch gleich im Abteil hinter dem Lokführer sitzen und somit die Strecke und die Landschaft beobachten. Genussreiche Reise in der Abendsonne, ich bin erstaunt wie viel Wild wir aufstöbern, wieviele Rehe und Hasen knapp vor dem Zug die Gleise überqueren.

Die Grenze zwischen Deutschland und Polen ist kaum mehr auszumachen, ich sehe erst im letzten Moment zwei Grenzpfähle.

19:15 Uhr erreichen wir Stettin. Ich bin müde, trotzdem dass ich eigentlich nichts gemacht habe ausser zu gucken und hin und wieder mal eine Foto zu schiessen. Für die letzte dieses Tages bin ich einfach zu langsam: ein Stadler Intercity verlässt den Bahnhof und fährt über die große Brücke, über den Bach.

Lasse mich von einer Taxi ins knapp 1 Kilometer entfernte Hotel kutschieren. Kurzes Relaxen, Abendessen in einer unabhängigen Gaststätte im Hotel. Lustiges Gespräch mit einem Ehepaar aus der Region von Århus.

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