18.08.2018, ich verlasse Skandinavien, Ende eines Experiments

Eigentlich wäre ich gerne noch ein wenig länger durch Skandinavien gereist, aber all die übervollen Züge, das doch eher kühle Wetter, die zumeist allzu teuren Unterkünfte, sowie der plötzlich auftretende Klimaanlagen-Husten und -Halsweh haben mein Reiseerlebnis doch etwas geschmälert.

Henusode, ich werde ein anderes Mal und vielleicht auch zu einer anderen Zeit wieder in den Norden reisen.

Der 9.35 Intercity ab Aarhus ist auch komplett ausgebucht. Schon ab dem Zugsausgangsbahnhof gibt es etliche Stehplätze. Eine Verstärkung des Zuges wäre wohl allzu kompliziert und würde bei den privatisierten Bahnen zu ungedeckten Kosten führen. Dank 1. Klasse-Fahrausweis habe ich immerhin einen Sitzplatz bis Fredericia. Dort muss ich raus und mir eine andere Reisegelegenheit suchen.

Dann aber weisst mir der dänische Zugchef bei einer 4-er Gruppe von 17-jährigen Mädchen, die ihren mitreisenden Freund ‚abserviert’ haben einen Sitzplatz zu. Ufuf, die deutschen Gören machen Stunk, wollen ihren freien Platz nicht abgeben, sie hätten hierfür bezahlt, aber der Zugchef bleibt stark und streng, danke!

Der Service in diesem IC ist super, Gratis-Frühstück am Platz, gratis Tageszeitung, wenn auch nur Dänische, so doch mit interessanter Schlagzeile.

Kaffee und Tee, sowie Marzipan- und Minzeschokoladeplättchen.

Versuche von unterwegs aus eine Reservation nach Bremen – Leer zu tätigen. Der Anschluss-IC nach Bremen ist aber ausgebucht. Für den IC eine Stunde später, kriege ich per Zufall übers Handy noch eine letzte Reservation.

12.10 in Flensburg, im Zug sind unterdessen über 60 Steher drin. Das Zugpersonal macht darauf aufmerksam ein RE der nur 15 Minuten nach unserem IC in Hamburg ankomme, stehe auf dem Gleis nebenan. Viele Leute steigen aus.

Weiter geht es. 30 Minuten später erreichen wir Rendsburg. Über 100 Resiende, die nicht auf den folgenden RE warten wollen steigen ein. Auch in der 1. Klasse stehen die Reisenden nun dicht an dicht und motzen (ich würde die allesamt rausschmeissen)!

Nun geht die Reise über die Hochbrücke über den Nordostseekanal und in schneller Fährt nach Süden.

Wir erreichen Hamburg rechtzeitig.

14.20 ins DB-Reisezentrum. Dort wird darauf aufmerksam gemacht, dass Alle schnellen Züge die Hamburg heute noch verlassen würden, in beiden Klassen ausgebucht seien. Hier also das gleiche Problem wie in Skandinavien.

Die Reisenden sind hektsich und laut. Ich lasse mich nicht anstecken, essen einen Bauernsalat bei Schweinske.

Hier nimmt mein 2-wöchiges Experiment ein jähes Ende: Kreditkartenzahlung ist momentan wegen irgendwelchen Problemen nicht möglich. In den 3 skandinavischen Ländern, die ich besucht habe, hatte ich kein Bargeld, habe überall und Alles jederzeit mit der Kreditkarte bezahlt, bzw bezahlen müssen. Diverse Hotelketten sind komplett bargeldfrei, zumindest an schwedischen Bahnhöfen gibt es nur noch Automaten, die nur Plasticgeld akzeptieren, selbst für die Notdurft und für den Kaugummi soll mit der Kreditkarte bezahlt werden. Nimmt mich wunder wie sich das auf meinen Kreditkartenabrechnungen niederschlagen wird! Aus meiner Sicht war das Experiment ein voller Erfolg, abgesehen davon, dass ich allzu häufig keine Trinkgeld gegeben habe, bzw mangels Bargeld habe geben können.

Gehe erst kurz vor 15.46 auf den inzwischen übervollen Bahnsteig. Auch dieser Intercity fährt mit einer Verspätung von 15 Minuten, wegen zu grossem Andrang von Reisenden ab. Ich habe aber, im Gegensatz zu vielen anderen Trampern und kreuzfahrttouristen einen Sitzplatz.

Mein 7 Minuten Anschlusszug in Bremen Hbf ist also auch weg.

Ich erreiche Leer in Ostfriesland deshalb 2 Stunden später als geplant, Henusode!

Hotel habe ich zum Glück gebucht, gleich neben dem Bahnhof. Relaxen, Tagesschau, quatschen.

Spaziergang durch die Stadt und Abendessen bei einem originalen Kroaten, Pljeskavica, Hackfleischtätschchen gefüllt mit Schafskäse, hhhmmm. Dazu, welch ein wohlschmeckender Gegensatz, ein dunkles König Ludwig!

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