08.08.2018, die Tage werden länger und doch auch kürzer, 1

Irgendwann zwischen 6 und 7 reisst mich der Wecker aus einem süssen Traum. Aufs rasieren muss ich verzichten, obwohl dies auch Teil meines Traumes war. Gut war ich in einem Hotel, das kein Frühstück anbot, so kann ich schon deutlich vor 8 Uhr zum Bahnhof laufen.

08.02 fährt mein Regiontog (am besten zu vergleichen mit unseren Interregio). In jedem der 4–teiligen Elektrotriebzüge des Typs 73A von Adtranz (https://www.nsb.no/om-nsb/om-vare-tog) ist ein Speiseabteil vorhanden, die Norweger scheinen konsumierfreudige Kunden zu sein! Bis kurz vor Abfahrt wird noch Ware verladen, pünktlich fahren wir ab.

Ich habe im 16-plätzigen Abteil einen Halb-Fenstersitzplatz erhalten. Es sind Reservationen für 4 Sitzplätze vorhanden. Die 4-er Abteile in vis-à-vis Bestuhlung sind nicht reserviert. Also setze ich mich in das Abteil das mir am besten erscheint, und lasse mich von der Zugchefin und Fahrkartenkontrolleurin entsprechend umbuchen. Der Himmel ist mehrheitlich bewölkt, noch regnet es aber nicht.

Kurz nach der Abfahrt ist der Kaffeeautomat der Komfortklasse freigegeben. Endlich kann ich meinen gratis Morgenkaffee und später ein paar Gratis-Cappuccinos geniessen, Komfortklasse sei dank!

Ab Oslo werden nun lange Tunnelstrecken befahren, das ist schade! Ich geniesse die Reise, durch offenes Kornland,

Ackerland, entlang von eingeschnittenen Flüssen. Bald erreichen wir Minnesund und die Mjøsa (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mjøsa), den mit über 111 Kilometer längsten und grössten See Norwegens.

Hamar (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hamar) mit seinem sehenswerten Eisenbahnmuseum (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Norsk_Jernbanemuseum) und die Olympiastadt Lillehammer (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Lillehammer) sind wohl Vielen bekannt.

Ich sehe unterwegs viel bekanntes und erinnere mich mit Freuden an eine Autoreise zusammen mit meinen Eltern vor über 30 Jahren durch Oppland bis nach Trondheim.

Die Bahnstrecke steigt stetig leicht an, das Flusstal wird immer tiefer.

Genau um 12 Uhr erreichen wir Dombås (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Dombås), 659 Meter über Meer.

Hier zweigt die Strecke nach Åndalsnes am Romsdalsfjorden ab.

Ich sehe weit unten das Bauernhaus wo ich vor 40 Jahren einmal Weihnachts- und Altjahrs-Neujahrsferien verbracht habe und von wo wir täglich auf Langlaufskiern hoch aufs Dovrefjell (https://www.nasjonalparkriket.no/reisemal/nasjonalparker/dovrefjell-nasjonalpark?gclid=Cj0KCQjwzK_bBRDDARIsAFQF7zMdb3JndoGVr-KLeVrYfD2FTlyRoOnZ5lZC2AVD7426RE6qqHHZngkaAlAWEALw_wcB)

gewandert sind um Rentiere und vorallem auch eingeschneite Moschusochsen (http://visitdovrefjell.no) sowie zahlreiche Vögel zu beobachten.

Ich bleibe im Zug, genehmige mir aber zur Erinnerung im Speiseabteil ein Rømmegrøt (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Rømmegrøt) med Speketallerken (Trockenwurst, -fleisch und -Speck).

Die Wolken hängen sehr tief, aber noch regnet bzw schneit es nicht. Die NorwegerInnen tragen lange Hosen, Pullover und dicke Jacken.

Bald haben wir die Passhöhe erreicht und fahren in den 1017 Meter über Meer gelegenen Bahnhof Hjerkinn (https://no.m.wikipedia.org/wiki/Hjerkinn) ein.

Ich erinnere mich mit Freude an die Sommerferien in Hjerkinn (http://hjerkinn.no) und in der Hjerkinn Fjellstue (https://no.m.wikipedia.org/wiki/Hjerkinn_fjellstue), die täglichen, 3-8-stündigen Ausritte in die nähere und weitere Umgebung sowie an Wanderungen übers Fjell und auf dem Pilgrimsleden (https://pilegrimsleden.no/de/).

Fast an jedem Haltebahnhof seit Lillehammer sind nun herzliche Begrüssungsszenen zwischen Vätern und ihren (von der Uni oder Arbeit) heimkehrenden Söhnen, bzw Müttern und Töchtern zu sehen, herzerfrischend!

Nun führt die Strecke wieder steil runter nach

Oppdal und schliesslich nach

Trondheim, am gleichnamigen Fjord gelegene früheste Hauptstadt Norwegen, damals noch Nidaros genannt.

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