04.08.2018, Zugsräumung und CSD

Nicht lange nach Abfahrt in Köln kommen zwei ältere Herrschaften ganz außer Atem in meiner Abteilung; die einen sind ganz am Ende des Zuges, die anderen ganz am Anfang des Zuges eingestiegen und haben nun sich durch ein Riesengewühl an Reisenden vorbeigearbeitet. Unser IC sei in der zweiten Klasse heillos überbesetzt, es herrschte ein rücksichtsloser Kampf um Sitzplätze auf richtigen Sesseln und auf dem Fussboden in Gängen und Vorräumen.

Die alle paar Minuten erfolgenden Aufrufe der Zugbegleiterinnen doch endlich bitte alle mit Gepäck belegten Sitzplätze für stehende Reisende freizugeben, Früchten nichts. Nach Abfahrt des Zuges in Münster Westfalen kommt die Durchsage: in diesem Zug sind Stehplätze nicht erlaubt, in Osnabrück wird der Zug deshalb teilweise geräumt.

Hilfloses Gelächter, ich bin jetzt endgültig wach und mache ein paar Fotos von Bahnen.

Viel Personal und Polizei auf dem Bahnsteig in Osnabrück. Innert einer halben Stunde ist die Welt wieder in DB-Ordnung Und wir dürfen weiterfahren! Die extra bereitgestellte Zusatzzug nach Hamburg ist ordentlich belegt.

Hamburg erreichen wir mit nur mehr knapp 20 Minuten Verspätung.

Als erstes gehe ich schnurstracks ins Reisezentrum, um Platzreservationen für die morgigen Züge nach Kopenhagen und Göteborg zu erstehen. In der zweiten Klasse sind sämtliche Plätze belegt! Ich habe Glück und kriege je einen Fenstersitzplatz in der ersten Klasse für Sonntag früh.

Als dann laufe ich die 150 m zum vorreservierten Hotel Kronprinz. Kurzes relaxen, Tagebuch schreiben, erfrischen.

Habe für kurz nach zwölf mit Gotthard auf dem Sankt Georg Kirchplatz abgemacht.

Es ist verrückt viel Volk auf der Straße, heute findet der CSD Hamburg statt. Anders als bei uns in der Schweiz, steht die Mehrheit der lesbischwulentrans- und Intersexuellen hier in Hamburg am Straßenrand und jubelt und kreischt. Unzählige große, mehrheitlich doppelstöckige Sattelschlepper,

aller großen politischen Parteien und Firmen, aber auch von wichtigen Institutionen, fahren mit wild lärmenden Partyvolk an uns vorbei.

Mehr aus 90 Minuten dauert diese Parade in der singenden Nachmittagshitze.

Anschließend spazieren wir

gemütlich zur Binnenalster runter zu Balindamm und Jungfernstieg. Hier haben alle die vorher gesehenen Parteien Firmen und Institutionen ihre Marktstände mit Werbeflyern aufgebaut.

Punkt 18 Uhr verstummt alle Musik und Partylärm. Es ist Zeit die schwarzen Ballone, zur Erinnerung an die im vergangenen Jahr wegen Aids verstorbenen FreundInnen. Es sind immer noch erschreckend viele, sinnlose Menschenleben zu beklagen.

Abendessen zusammen mit zwei Freunden in den Colonnaden.

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