13.05.2017, wie die Sardinen in der Büchse …

Herrliches Samstagswetter erwartet uns am frühen Morgen. Ab 07.15 Uhr gibt es Frühstück im 9. Stock des Hotels. Freier Überblick über die Altstadt und die Bucht von Alghero.

Bereits um 08.30 sitzen wir im Bus und freuen auf die Fahrt entlang der östlichen Steilküste Sardiniens. Auf knapp 50 Kilometern der Küstenstrasse 

erwarten uns in stetem Auf und Ab immer wieder traumhafte Ausblicke auf das Meer und die felsige Küste. 

Gegen 10 Uhr erreichen wir die Stadt Bosa und haben Zeit zur geführten oder freien Besichtigung der historischen Altstadt mit ihren schmalen, hohen Stadthäusern und den reich mit Blumen verzierten Fassaden. Malerisch auch der der Blick auf die wassernahen Hauswände und die Fischerboote im Flusshafen des Telmo. 
Kurz nach 11 Uhr geniessen wir eine erste Zugsfahrt mit dem Trenino Verde. Die Strecken des Trenino Verde, die Wagen und Loks sind zwar allesamt blau-weiss, sie führen aber in die grüne Gartenlandschaft Sardiniens, deshalb Trenino Verde. Zuerst entlang dem Strand, dann steil ansteigend in unzählig vielen Kurven und mit spektakulären Blicken auf das bald tief unter uns liegende Meer und die Küste, 

fahren wir hinauf auf die Hochebene und nach Tresnuraghes. 

Hier gibt es einen Aperohalt, wir geniessen einen süsslichen und dennoch spritzig-kühlen Malvasia. Es tut gut die Beinen zu vertreten. in diesem Zug mit einem einzigen der Lok angehängten Schmalspurwagen sitzen wir nämlich wie die Sardinen in einer Büchse. Die Sitzabstände und Sitzbreiten sind dem kleinen Körperwuchs der Sarden angepasst, Körperkontakt ist somit garantiert! Dies ist etwas das ich bei den sardischen aber auch allen anderen Schmalspurbahnen Italien partout nicht begreifen kann. Trotz über 50 Reisereservationen wird kein weiterer Wagen mitgeführt um angenehme Platzverhältnisse zu schaffen. Würden der Glacier-Express oder der MOB-Panoramic, so wie hier auf Sardinien nur gerade knapp genug Sitzplätze mitführen, es gäbe einen veritablen Volksaufstand!

Bald geht es weiter, über Hochebenen, durch Korkeichenwälder und Fenchelplantagen bis nach Macomer, auf einem Bergkamm, zwischen zwei Hochebenen gelegen. 

Anstatt über die Strasse zum Normalspurbahnhof zu gehen, und sofort nach Cagliari zu reisen, fahren wir mit unseren Bussen ein paar Kilometer ausserhalb der Stadt in die Hügel und Wälder. Mitten im Niemandswald steht eine Festhütte. Angesichts des schönen Wetters wird das Mittagessensbuffet mit sardischen Spezialitäten aber draussen angeboten: 

Wasser und Wein, Tomaten, sardischen Käse, Trockenfleisch, Wurst, und anderes mehr. Da frohlockt jedes Herz und der Magen wartet auf die Arbeit.

Zum Abschluss gibt’s neben dem feinen weissen sardischen Speck, ein Gläschen Mirto-Verdauungslikör. Die Mirtobeere sieht den Strauchheidelbeeren ähnlich. Sie haben wir während der morgendlichen Busfahrt an der windigen Südwestküste Sardiniens gesehen (http://www.bindella.ch/de/p/spirituosen/italia/sardegna/mirto-di-sardegna-rosso-6443.html).

Rückfahrt mit dem Bus nach Macomer. Während die übrigen Reisenden einen Kaffee geniessen, lungere ich in den Bahnhöfen der schmal- und der normalspurigen Inselbahn herum und habe interessante Gespräche über die neuen Stadlerzüge (http://blog.tuttotreno.it/18732-arts-presentati-i-treni-ade-stadler/) die nun auch hier abgeliefert werden.

16.38 mit einem 2-Wagen-Regionalzug, der fast 20 Mal einen kurzen Unterwegshalt einlegt, nach Cagliari. 

Ich schlafe bald ein und erwache erst ca 30 Kilometer vor dem Tagesziel,da nun auch in diesem Zug die Leute dicht stehen müssen. 

Sehe die Überreste des Elektrifikationsversuchs der Insel-FS. Kurz vor 19 Uhr Zugsankunft. Ausgangs des Bahnhof Blick zur musealen Tenderdampflokomotive B4/5. Ausserhalb des Bahnhofs wird unser SERVRAIL Reiseleiter Werner Roesch von sardischen Eisenbahnern, unserem Personal des morgigen Dampfextrazugs begrüsst. Ein kurzer Blick ins Museum der sardischen Eisenbahnen muss genügen, zum Bus hetzen, ins Hotel fahren, einchecken und bereit machen fürs Abendessen im Dachgeschoss des Hotels, ‚purer Ferienstress‘ …

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