22.04.2017, 60 Jahre Trans Europ Express

06.20 aus dem Haus, 23.30 wieder daheim. Dies sind die Nebenwirkungen, wenn Mann am schönsten Ort der Welt wohnt, gleichzeitig aber doch am täglichen Gesellschaftsleben teilnehmen will! 
Das Wetter meint es gut mit uns, es ist wolkenlos schön!

1954 wurde die TEE-Kommission gegründet. Auf gemeinsame Züge konnten sich die Staaten des EWR, der Schweiz und Österreichs leider nicht einigen, es reichte nur für gemeinsame Kriterien: Dieseltriebzüge (elektrische Züge waren in Anbetracht von 4 weit verbreiteten und unzähligen weiteren verschiedenen Stromsystemen eine Utopie), nur 1. Klasse, mindestens 120 Sitzplätze, nicht mehr als drei Sitze je Reihe, Bordküche und Speisegelegenheit, Räume für Pass- und Zollkontrolle während der Fahrt, einheitliche Lackierung weinrot und beige.

Am 2. Juni 1957 wurde der Zugbetrieb aufgenommen. 

(https://de.m.wikipedia.org/wiki/Trans-Europ-Express)

1961 folgte der erste elektrische Triebwagenzug, der SBB RAe TEE II (https://de.m.wikipedia.org/wiki/SBB_RAe_TEE_II), der für alle 4 Stromsysteme geeignet war. Der Zug (insgesamt gab es 5 Züge) wurde von den schweizerischen MFO (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Maschinenfabrik_Oerlikon) & SIG (https://de.m.wikipedia.org/wiki/SIG_Combibloc_Group) entwickelt und gebaut. 

1961 starteten zudem grenzüberschreitende Güterzüge als TEEM (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Trans-Europ-Express-Marchandises).

Mein ehemaliger Cargo Kollege und Freund Rolf Blöchlinger hat für Fabian, Roberto, mich und sich einen 4-Tisch im Speisewagen des Jubiläumszugs (https://www.sbbhistoric.ch/veranstaltungen-fahrten/kalender/sbb-historic-events/2017-04-22-60-jahre-tee.html) reserviert.

Mit dem miserablen Randstunden-Fahrplan der heutigen Brünigbahn habe ich keine Chance am Samstag früh rechtzeitig nach Olten zu reisen. Trotzdem muss ich schon kurz nach 6 Uhr aus dem Haus, um um 8:50 Uhr in Bern einzusteigen.

Viertel vor Neun fährt dieser zeitlos elegante Zug im Bahnhof Bern von Olten herkommend ein. Ich ‚muss‘ unzählige Bekannte und Freunde grüssen, bevor ich in Wagen 4 auf meine drei Freunde treffe.

Bald nach der Abfahrt wird das Frühstück serviert. Orangensaft, Milchkaffee, Birchemrüesli, Züpfe, Brot und Anke, Käse und Aufschnitt, Lachs, Röstikroketten mit Spiegelei und Specktranche. Die fröhliche Reise über den Lötschberg nach Brig und durch den Simplon nach Domodossola (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Domodossola) vergeht fast zu rasch.

Pünktlich um 11 Uhr können wir aussteigen. Noch bis 13 Uhr findet der obligate Samstagmarkt statt. Wir haben so viel ‚gebrönscht‘, dass wir jetzt keinen Hunger mehr haben. 

13:30 Uhr findet ein geführter 2-stündiger Stadtrundgang statt. 

Unsere Stadtführerin erzählt auf deutsch und sehr spannend viel Wissenswertes über die größte italienische Stadt deren Name mit einem „D“ beginnt. 

Anschließend bleibt noch knapp Zeit für den Einkauf eines Capri Limoncellos (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Limoncello). Wer dieses Gesöff degustieren möchte, muss sich in nächster Zeit hierher nach Brienz bewegen.

Erneut ein paar TEE-Fotos am Bahnhof. Als Reisende haben wir ja was Pech, den Zug sonst nicht von aussen fotografieren zu können. Pünktlich um 16.04 Uhr Bahnhof verlässt unser Vierstromzug den Bahnhof Domodossola und nimmt die Steilrampe zum Simplontunnel empor in Angriff.

Die Heimreise geht ab Brig durchs Wallis runter. 

Schon vor dem Genfersee haben wir Hunger. Wir bestellen uns ein TEE-Plättli und einen Petite Arvine. Am Schluss Chillon vorbei erreichen wir kurzum Lausanne. Hier machen wir Spitzkehre, haben Zeit für ein paar Fotos und die Raucher ziehen gierig an ihren Glimmstengeln.

Bald geht es wieder weiter, wir steigen den Rebbergen entlang nach Puidoux-Chebres, wo wir den Genfersee verlassen. Zügig geht die Heimreise voran. 

Bald schon haben wir Fribourg hinter uns gelassen und sausen dem Röstigraben entgegen. Betriebsbedingt müssen wir auf dem über den Schiffenensee (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schiffenensee) führenden Viadukt von Grandfey (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Grandfey-Viadukt), der Sprachgrenze einen mehrminütigen Halt einlegen.


19.50 erreichen wir Bern. Ich fahre weiter mit den Freunden bis Olten, wo die Reise um 20.40 Uhr endet. Letzte Fotos dieses grandiosen Zugs. Kurz nach 21 Uhr mit einem Regioexpress nach Bern und dann weiter heimwärts nach Interlaken Ost und Brienz, wo ich eine knappe halbe Stunde vor Mitternacht eintreffe.

Ein Gedanke zu “22.04.2017, 60 Jahre Trans Europ Express

  1. Super schöner und interessanter Bericht – Es war ein unvergessliches Erlebnis.. eisenbahnerisch (mit dem «schönsten Zug») – kulinarisch – und freundschaftlich – Danke für die Begleitung, Rolf

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