29.03.2017, mit der Eisenbahn durch Albanien

Der Zustand meines Hotels Zimmers ist schlimmer als gestern Abend gesehen: Unter Spannung stehende, am Ende schon de-isolierte Elektrodrähte liegen herum. Ich mache den Versuch, zwei Drähte unterschiedliche Farben miteinander zu verbinden. Ein Knall, ein Feuerschein und die Sicherung fällt heraus. Das Warmwasser aus der Dusche ist auch am Morgen noch rot, der Duschvorhang lässt sich nicht zu ziehen, kalt mag ich nicht duschen. Zum Glück habe ich in der Dunkelheit gestern Abend eine Decke gefunden um mich zu zu decken. Mitten in der Nacht schaltet sich plötzlich die Heizung ein und es wird über 20° warm. Henusode!

Erneut erwartet uns ein wolkenloser Tag. 
Frühstück kurz vor 8 Uhr, vorher einen Strandspaziergang, Busabfahrt um 9:00 Uhr. Jaja, wer erst um 8:55 Uhr beim Bus ist, darf sich nicht wundern wenn er nicht mehr einen der guten Fensterplätze erwischt.
Fahrt in die Stadt hinein, Baustellen und Strassensperren verhindern eine ausgedehnte Stadtbesichtigung. 9:30 Uhr am Bahnhof. 

Seit Mitte November vergangenen Jahres ist der Zugverkehr in Albanien mehr oder weniger eingestellt. Wir bzw die SERV’ler haben einen Extrazug bestellt.

Dieser steht zur Abfahrt bereit. Zwei ehemalige Reisezugwagen der deutschen Bahn und eine Diesellokomotive aus tschechischer Produktion, alle drei Fahrzeuge renoviert und neu angestrichen, leider aber schon wieder versprayt und mit Vandalismusschäden.

Ausgedehnte Zugs-

und Bahnhofsbesichtigung, Fotos, Gespräche, Lachen. 9:56 Uhr, der Diesel Motor wird gestartet, 9:58 Uhr wird gehornt, Alles einsteigen. Punkt 10:00 Uhr fahren wir ab. Langsam geht es hinaus aus der Stadt, an Lokdepot und Werkstätten vorbei in die freie Landschaft.

Erster Halt in Kavaja um 10.38 Uhr. Unsere welschen (französischsprachigen) Mitreisenden haben wohl schon am frühen Morgen zu tief ins Glas geguckt und so den Zug verpasst. Sie haben den Hauptbahnhof Durrës mit ihrem Bus erst um 10.02 erreicht, wo wir kurz zuvor  pünktlich abgefahren waren. Den Kopf zum Fenster raus zu strecken ist lebensgefährlich, das Gleis ist stellenweise ziemlich zugewachsen, Äste schlagen an die Wagenwände.

Nach knapp 90 Minuten erreichen wir den Bahnhof Rrogozhinë, die Verzweigung der Bahnlinien nach Elbasan und weiter zum Ohridsee sowie nach Vlorë. Zugs- und Bahnhofs-Fotos, übersüsser türkischer Kaffee aus dem ‚Bahnhofsbuffet‘. Zufolge einer Notiz am Bahnhofsgebäude fährt seit dem 14. März 2017 wieder ein täglicher Zug von Rrogozhinë nach Elbasan und zurück.

Wir fahren noch weiter bis nach Lushnje, wo unsere heutige Bahnfahrt endet. 

Weiter geht es mit dem Bus auf den 237 Meter hoch gelegenen Hügel Ardenica, wo wir das gleichnamige Kloster bzw. die Klosterkirche besichtigen. Mittagessen in einer Aussichtsgaststätte nicht weit davon. Die Sonne brennt schon heiss vom Himmel, aber am Schatten ist’s doch recht kühl. 

15:40 Uhr rollen wir weiter nach Vlorë, wo wir am Hafen 1 Stunde später die Zimmer in unserem Hotel International beziehen. Schönes Wetter, freier Ausgang, der nächste Programmpunkt findet erst morgen statt.

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