25.09.2016, östliches Berliner Umland

 Am Frühstückstisch ist um 8 Uhr ein dichtes Gewusel und Eine unbestimmte Wartezeit auf einen freien Tischplatz, ich muss unwillkürlich gähnen und gehe nochmal 2 Stunden schlafen. Wohlgeruht frühstücke ich gegen 11 Uhr, als all die Berlin-Marathonläufer schon an Atemnot leiden bzw sich dank applaudierenden Faulen am Strassenrand sich weiterhin quälen. Wieviele von den Stadtwüstensportlern wissen wohl woher das Wort Marathon (das Fenchelfeld) kommt bzw wo die Stadt Marathon liegt oder waren sogar mal dort?

Erst kurz vor Mittag verlasse ich das Hotel und laufe zum Bahnhof Zoo um gen Osten zu fahren. Bereits am Bahnhof Friedrichsstrasse dem ehemaligen Übergang zwischen Ost und West mache ich einen kurzen Halt, geniesse die Aussicht,

erinnere mich aber an meinen Angstschweiss im grellen Licht auf weiss gekachelten Wänden, an die schnarrenden Stimmen der misstrauischen DDR Volkspolizisten und Grenzwächter, die in einem fensterlosen Raum alle meine Körperöffnungen auf mögliches Schmuggelgut hin untersuchten.

Über Alexanderplatz – Ostbahnhof – Ostkreuz – Lichtenberg fahre in der S-Bahn ich weiter bis Mahlsdorf. Beim Umsteigen auf die Strassenbahn erinnere ich mich an Charlotte von Mahlsdorf (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Charlotte_von_Mahlsdorf), alias Lothar Berfelde, „ich bin meine eigene Frau“ (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13681060.html), meine Begegnungen mit ihm/ihr und meine Besuche in Ihrem Gründerzeitmuseum. Was wohl daraus geworden ist?

Mit der Strassenbahnlinie 62 fahre ich durch Villenquartiere, ehemalige Bauerndörfer, ausgedehnte Wälder und Stadtquartiere bis Köpenik (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Berlin-Köpenick), wo ich aussteige und vergeblich den bekannten Hauptmann (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Der_Hauptmann_von_Köpenick_(1956)) suche. 

Henusode, kleiner Stadtrundgang, entlang dem Wasser, wo viel Schiffsverkehr herrscht, zu einer Microbrauerei wo ich mir im Garten am Schatten ein kühles Dunkles genehmige.

Weiter mit der gleichen Strassenbahnlinie bis Wendenschloss und eine Haltestelle zurück. Nach kurzem Fussmarsch erreiche ich die Fähre über die Dahme. 

Mächtig viel Verkehr auch auf der Fähre, die neben vielen Spaziergängern auch unzählige Radfahrer befördert. Vor der Wende/Anschluss/Mauerfall war hier eine Autofähre. Diese müssen nun aber einen langen Umweg fahren.

Am anderen Ufer erneut ein kurzer Fussmarsch und dann mit der Tram 68, die über weite Strecken im lichten Heidewald, entlang der Dahme fährt nach Alt Schmöckwitz (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Berlin-Schmöckwitz). 

Besuch der alten Dorfkirche und langes Gespräch mit der anwesenden Pfarreihelferin, einer pensionierten Zahnärztin.

Dorfrundgang, stehe lang am Ufer der Dahme, erinnere mich wie ich hier in Schmöckwitz von Cottbus und der Spree herkommend vorbeigeradelt bin und später am FKK Strand an der Bammelecke geschwommen bin und das Leben genossen habe.

Spaziere im späten Nachmittag an der Bammelecke vorbei. Leider ist der gepflegte Eindrucke von damals verschwunden. Überall liegt Abfall und der ehemals so schöne Lichte Wald scheint eine vollgeschissene Kloake zu sein, schade!

Mit der Tram langsam heimwärts. Grünau – S-Bahnhof mit altem Geografiemosaik – Adlershof – Tram – Köpenick – Schönweide – Tram 21 – Rummelsburg – Boxhagen – Frankfurter Tor – Metrotram 10 (was ist eigentlich der Unterschied zwischen Tram und Metrotram?) weiter bis zur Gedenkstätte Berliner Mauer. Leider bin ich wegen Marathon und Fussballstau zu spät dran. Es dämmert schon. Kurzer Spaziergang und Erinnerungsfotos. 

Weiter mit Metrotram 10 bis zum Hauptbahnhof – S-Bahn – Zoologischer Garten und zu Fuss ins Hotel. Bin Müde, habe aber auch einen guten Hunger. Kurzes Laden der Batterien von Handy, Tablet, Füssen und Kopf. Abendessen in Feinberg’s an der Fuggerstrasse: Mineralwasser, Shakshuka mit Salat, israelischer Cabernet, Baklava, Cardamonkaffee, Tagebuchschreiben.

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