16.06.2016, erste Auslandsreise ausgehend von meinem neuen Wohnort Brienz

Komisches Gefühl und lapidare Feststellung: Brienz hat viele Vorteile, aber eben auch einen gewichtigen Nachteil. Vom Reduit Brienz an die Grenze, ins Ausland, dauert die Reise mindestens 2 Stunden oder sogar noch länger.Frühes Aufstehen ist also nötig. Zum Glück ist’s Sommer, so stehe ich ohne Mühe auch schon um 6 Uhr auf. Morgentoillette, Kaffee, kleinen Rucksack packen, 07.02 im Zug nach Interlaken Ost, Spiez, Bern. 

Wie meistens in den vergangenen Wochen, regnet es auch heute leicht. Die Nebelwolken hängen tief und lassen keinen einzigen Blick zu den Bergen zu.Henusode, so schnell lasse ich mir meine Freude nicht verderben. 

Eigentlich wollte ich schon am vergangenen Wochenende verreisen, aber ein Husten-Halsweh-Pfnüsel-Schub hat dies verhindert. Seit Heute früh geht es mir überraschend rasch wieder besser, also nichts-wie-weg!
Übrigens, der Grund für meine heutige Reise ist ein Krankenbesuch. Schon vor über einem halben Jahr wurde die Idee geboren, das arme Tier im Pflegeheim einmal zu besuchen. Am kommenden Samstag morgen werden wir dem ‚exotischen schweizerischen Tier‘ nun in einer ausländischen Pflegeeinrichtung einen Besuch abstatten. 
Errätst Du wohin geht meine Reise geht und um was für ein ‚pensioniertes Arbeitstier‘ es sich handelt? 

Kurz vor Bern stelle ich fest, dass ich offenbar doch noch nicht richtig wach war und Diverses vergessen habe einzupacken: Euro (nur das fast leere Euro-Portemonnaie habe ich eingesackt), Billett für in Deutschland, FIP-Ermässigungsausweis, langärmliger Pullover für kühle Stunden, ….

Nein, nochmals heimreisen, quasi zurück auf Start, erspare ich mir! 

Also ändere ich nach einer Mobilfon-Fahrplankonsultation meinen Reiseplan, reise über Zürich nach 

Schaffhausen (Ankunft 10.13) und decke mich in dieser Grenzstadt mit den wichtigsten Sachen ein: BahnCard 25, 1. Klasse für Senioren 81 Euro, Billett nach Würzburg (meinem heutigen Reiseziel) 21 Euro, langärmliger Sommerpullover für 29 CHF im Manor, Euro vom Raiffeisenbankomat, 500 Gramm Guntalinger Erdbeeren für 5.80 CHF. 

11.16 in einem Intercity (nicht Eurocity, obwohl von Zürich HB nach Stuttgart Hbf verkehrend – kann mir das mal einer der Eisenbahner erklären?) in die schwäbische Metropole. Tolle Fahrt durch strömenden Regen. Singen, Spitzkehre, Hattingen-Tuttlingen queren wir das Donautal, bald begleitet uns der Neckar. Das ständig grösser werdende Flüsschen ist dunkelbraun, dreckig, knapp unter der Hochwassergrenze und führt etliches Schwemmholz mit sich. 
Kurz nach halb 14 Uhr in Stuttgart. Schlimm wie dieser ehemals monumentalschöne Bahnhof heute aussieht. Die Kopfgleise wurden ungefähr 60 Meter vor der Querhalle gekappt, um den Boden umzupflügen und den unterirdischen Bahnhof S21 zu bauen. Provisorische Fussgängerpassagen verbinden nun die fast komplett zugemauerte, dunkle Bahnhofshalle mit den zu kurzen Gleisen. Schreckliche Zumutung für die Kunden der Deutschen Bahn. Gerade heute morgen habe ich in einer deutschen Zeitschrift gelesen, die veranschlagten und von der DB garantierten Kosten von 4.25 Milliarden Euro liefen vollständig aus dem Ruder. Anstatt 4.25 sei nun mit Kosten von 9,7 Milliarden Teuro zu rechnen. Wie ist so etwas möglich? Was haben die christlichen Parteien Deutschlands, die CDU/CSU da den heute regierenden GRÜNEN eingebrockt!?!


Nach 45 Minuten Umsteigezeit fahre ich weiter nach Bad Friedrichshall Hauptbahnhof, früher Bad Friedrichshall-Jagstfeld, idyllisch gelegen zwischen den Mündungen von Jagst und Kocher in den Neckar. Entlang den beiden erstgenannten Flüssen führen landschaftlich reizvolle Radwanderwege. Nochmals langes Umsteigen und Flanieren durch die Industriebrache rund um den Bahnhof. 

Entlang von Jagst und Seckach, über flache Hügelzüge hinweg, 

über das Taubertal – 17.21 in Würzburg. Habe mir unterwegs noch rasch ein zentrales, am Rande der Altstadt gelegenes Hotel gebucht, wo ich nun gemütlich hinlaufe, bevor ich kurz nach 19 Uhr durch die Stadt flanieren und dann ein paar Freunde, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe, heimsuchen will.

2 Gedanken zu “16.06.2016, erste Auslandsreise ausgehend von meinem neuen Wohnort Brienz

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