09.05.2016, Umsteigeverbindung nach Osttirol, die Korridorzüge wurden mangels bezahlendem Besteller abgeschafft

Habe herrlich geschlafen, halb 8 am Frühstück, 08.20 offiziell am Treffpunkt (ich habe etwas über 10 Minuten Verspätung), 08.52. mit der S4 Richtung Brenner/Brennero. Auf 1371 Metern über Meer liegt dieser trostlose Grenzbahnhof,Systemwechselbahnhof vom „normalen“ Einphasenwechselstrom mit 15’000 Volt und 16,7 Hertz zu 3’000 Volt italienischem Gleichstrom. Im Tal gibt’s nur Platz für die Eisenbahn, ein paar graue trostlose Häuser und Baracken, Lastwagenparkplätze und die Autobahn.

Wir haben ein paar Minuten Verspätung. Also heisst es rasch umsteigen in einen alten Pendelzug der FS, Ferrovie dello stato. Schade, ich hätte gerne das Treiben im Bahnhof beobachtet. 

40 Kilometer weiter und über 600 Meter tiefer unten, in Franzensfeste/Fortezza müssen wir erneut umsteigen, haben nun aber fast 40 Minuten Zeit, um das Treiben auf dem grossen Überhol- und Abzweigebahnhof zu beobachten.

In einem modernen 6-teiligen Flirt der SAD fahren wir um 10.51 ab. Der Zug wird uns in etwas mehr als 2 Stunden in die Dolomiten- und Landeshauptstadt Lienz bringen. Wir durchqueren das südtiroler Pustertal, 


erreichen bei Toblach den Scheitelpunkt dieser Strecke auf 1’211 Metern über Meer und fahren dann weiter in das österreichische Pustertal nach Lienz. Lienz ist eine kleine quirlige Stadt, die ihre Existenz primär der Südbahn (Maribor/Marburg – Klagenfurt – Lienz – Franzensfeste verdankt. Hier in Lienz ist nämlich der Übergang von der Flachlandbahn mit 1-5 Promille Steigung, zur Gebirgsbahn mit bis zu 25 Promille Steigung und Gefälle.

Gleich gegenüber vom Bahnhof liegt das Heizhaus. Wir werden erwartet, für eine Führung im unter Denkmalschutz stehendem Gebäude. 


Diverse Exponate und die Erzählungen des Museumsführers führen uns vor Augen, wie beschwerlich in Zeiten der Dampftraktion, eine Zugfahrt auf der Gebirgsstrecke war. Betrieblich waren Güterzüge mit bis zu vier Dampfloks bergauf auf der 25 Promillerampe unterwegs. Wie gerne würde Mann die Auspuffschläge hören und den Qualm durch die Nase ziehen lassen. 

Auch der Winterbetrieb wird anhand eines Schneepflugs perfekt dargestellt und vom Museumsführer spannend erzählt und mit Anektoten untermalt. 

Dampfloks, Dieselloks Elektrolokomotiven, ja sogar ein echtes österreichisches Krokodil dürfen wir beobachten, teils auch besteigen und natürlich beliebig oft abknipsen (Wer schaut wohl mal alle diese 1’000en Fotos?). 


Die Hobbybahner widmen sich aber auch der stilechten Aufarbeitung von 3 Schlierenwagen inklusive einem passenden Speisewagen. Natürlich fehlt auch nicht ein riesiger Dampfkran, Kurbelschranken, Hebelstellwerk, mechanische Signale und eine Modelleisenbahnanlage. Rundum Alles was das Eisenbahnerherz begehrt! 
Die Zeit vergeht allzu schnell. Es reicht gerade noch um halb im Stehen eine Bockwurst zu die Gurgel runterzudrücken und mit einem alkoholfreien Weisenbier nachzuputzen, bevor wir wieder zum Bahnhof hasten und in den Zug nach Franzensfeste – Brenner – Innsbruck einsteigen müssen. 

Müde und schlapp die einen, laut und aufgeregt schnatternd die anderen. Etliche schlafen oder diskutieren ihre Fotos

Am Brenner haben wir nochmals eine längere Umsteigepause und Fotohalt.

Es ist unterdessen empfindlich kalt geworden. 

Die kurzbehosten Männer haben sich einen Sitzplatz im geheizten Zug nach Innsbruck ergattert. 

Kurz nach 20 Uhr sind wir wieder in Innsbruck und werden am Bahnsteig von etlichen Neuankömmlingen, unter anderem auch Lokführer Daniel aus Zürich begrüsst. Gleichzeitig müssen wir aber auch schon wieder heimreisende Freunde verabschieden.

Gemeinsam mit zehn Freunden gehe ich noch zum Abendessen in unserem Hotel ‚Sailer‘.  Anschliessend schreibe ich im Tagebuch und warte darauf, dass die Fotos vom IFon aufs iPad rübergeschaufelt werden. Um die Wartezeit zu verkürzen gehe ich noch zu einem Schlummertrunk in die Easybar, wo ich Gotthard und Rolf antreffe. 

Nachtruhe nach 1 Uhr.

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