02.03.2016: Reiseplanänderungen + Vorsicht vor …

Die ganze Nacht hat es wiederum geschüttet und auch als ich gegen halb 8 mich erhebe, schüttet es trotz anderslautenden Wetterprognosen (bewölkt + 5%iges Niederschlagsrisiko) ohne Unterlass weiter. Frühstück, zum ersten Mal in diesen Ferien bestelle ich ein traditionelles englisches Frühstück.  

Uuuuu-lala, was habe ich mir da bloss eingebrockt? Gebratener Schinken, gebratene Wurst, Black Pudding, weisse Bohnen in Tomatensosse, Frühstückspilze, Röstidreieck, Spiegelei und Toasts. Habe schwer zu kämpfen um Alles zu essen!Morgentoilette, einpacken, Rechnung bezahlen und im Regen langsam zum Bahnhof mich bewegen. 09.58 fährt mein Zug nach Tywyn, wo ich aussteigen werde um eine weitere historische Eisenbahn zu besichtigen. Diese Bahnstrecke wurde vor ungefähr 6 Jahren als erste britischen Linie mit dem europäischen Zugsicherungssystem (ETCS) ausgerüstet, um Erfahrungen im täglichen Betrieb zu sammeln. Der Zugbegleiter meint, noch immer träten zeitweise Probleme auf. Darum sei vor geraumer Zeit der Fahrplan mit um bis zu 50 Prozent längeren Fahrzeiten angepasst worden. Wegen zahlreicher weiterer Testfahrten und immer neuen Systemwechseln erfolge jetzt alle 2 Wochen ein Fahrplanwechsel mit korrigierten Fahrzeiten. Je weiter der Zug gen Süden fährt,  


 desto heftiger prasselt das Nass. Kurzfristig beschliesse ich bis an seine angeschriebenen Endstation, Dovey Junction, im Zug zu bleiben. Kaum ausgestiegen ruft mir der Zugführer zu, an diesem Bahnhof mitten im Niemandsland, sei nichts zu finden, der Zug führe ab Heute weiter bis Birmingham, ich solle wieder einsteigen. Henusode, wohin will ich Heute reisen? Birmingham, nein London sollte es schon sein.  

  

Stanford, endlich sitze ich in einem komfortablen englischen Pendolino und rase gen London zu. Draussen hat der Regen aufgehört, ein paar blaue Himmelsflecken sind zu sehen, noch immer stehen aber Felder und Äcker unter Wasser. Die online Wetterprognose verspricht im Süden der Insel noch besseres Wetter. In Ashford, der letzten Einsteigestelle für den Channel findet sich kein einziges freies Hotelbett. Fündig werde ich aber in Hythe, 7 Kilometer neben Folkestone. Das Best Western Hotel Stade Court verspricht sogar einen Gratis-Transfer ab Bahnstation ins Hotel. Kurz entschlossen buche ich für 2 Nächte. London Euston an 15.59. Es ist trockenes Wetter und auch sehr mild!  




   Transfer zu Fuss zum ungefähr 500 Meter entfernten Bahnhof St. Pancras, dem neuen Abfahrtsort für Chunnelzüge und nach Südwesten. Bis Dato bin ich immer von der Waterloostation abgefahren bzw angekommen. Fussmarsch mit Hunderten anderen Reisenden durch die Stadt. Schiesse ein paar Fotos, bevor ich um 16.20 den Pancrasbahnhof erreichen. Die alte Bahnhofshalle ist jetzt ein Einkaufszentrum und Flaniermeile. Suche das richtige Gleis und laufe sicher 2 Mal im Kreis herum, bevor ich 3 Minuten vor Zugsabfahrt endlich das richtige Perron finde und einsteige. Pünktliche Abfahrt, in einem grossen Bogen, nordöstlich um die Stadt herum,  

durch lange Tunnel, über hohe Brücken und schliesslich durch grünes Land rasen wir Folkestone entgegen. 17.29 Uhr erreichen wir pünktlich Folkestone.
Kein Abholdienst weit und breit. Also rufe ich ins Hotel an. Der Pakistani an der Rezeption weiss von nichts, nimmt aber Rücksprache mit seinem Management. 10 Minuten später wird mir beschieden, Bestern Western habe noch nie einen Transfer angeboten, diese Info sei ein Fehler von HRS. Henusode, ich werde dies wohl Mit HRS und dem Hotelmanagement klären müssen. Steige in ein Taxi, dessen Fahrer wohl halb blind ist oder zumindest die Rotlichter konsequent übersieht. Aus 7.1 Kiloemeter gemäss Routenplaner, werden es fast 11. Zusätzlich will er mich vor dem falschen Hotel ausladen. Der Mann hat wohl einen schlechten Tag, denn er stellt die Taxiuhr welche auf 10.90 stand sofort auf 0 und verlangt 13 Pfund. Ich bezahle mit einer 20er Note der Bank von Schottland. Der Taxifahrer behauptet das Geld sei gefälscht, er könne es an der darauf abgebildeten Brücke über den Forth sehen, diese Brücke sei in Wales, zudem sei auf der Banknote nirgends angegeben dass dies 20 Pfund STERLING seien. Er nehme aber nur Sterling-Pfund Banknoten an. Ein wüster Disput entsteht, dann steckt er die 20er Note plötzlich ein und behaupt, das schottische und das walisische Pfund hätteneinen  

 
kleineren Wert als das britische Pfund (dies ist jetzt die 3. Auseinandersetzung um das schottische Pfund, das angeblich weniger Wert hat als das britische Pfund). Als Zusatz kommt jetzt noch das walisische Pfund ins Spiel! Ich brauche mehr als 5 Minuten um den Täxeler zu beruhigen und ihm zu zeigen, wo auf der schottischen Banknote (rechts unten, unter TWENTY POOUNDS) der Begriff STERLING steht. Die Bezeichnung lesen kann er nur dank eines starken Vergrösserungsglases. Jetzt steigt er aus, packt meinen Rucksack, schmeisst ihn wütig auf die Strasse und fordert mich auf auszusteigen. Nein zuerst will ich mein Rückgeld. Er droht mir heftigst, worauf ich ihn auffordere die Taxiuhr wieder laufen zu lassen und der Polizei zu telefonieren. Endlich erhalte ich zumindest 7 Pfund Sterling retour, mit der nochmaligen Behauptung die abgebildete Forthbrücke stehe in Wales, auf dem Weg nach Holyhead! Ufffff, soviel Altersdummheit und Blindheit tun weh!!!
Erhalte im Hotel dafür ein recht gutes, geräumiges Zimmer mit Frontsicht auf den Kanal und Richtung Frankreich.  




 Strandspaziergang im leichten Nieselregen, die Wetterprognose für Morgen ist aber richtig gut. Das Hotelrestaurant ist um 20 Uhr schon zu, also esse ich im gegenüber liegenden Hythe Bay Seafood Restaurant einen Fisch mit allerlei Beilagen, davor einen gemischten Salat und hinterher Schoggipudding.

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