25.03.2016 Karfreitag, hier im Land bekannt als „Good Friday“ – Schottland, Caledonia, Alba – eigenes Königreich oder Teil des vereinigten Königreichs

Wolkenloser Morgen als ich um 05.30 meiner Zeitrechnung (GMT) also 06.30 Mitteleuropäischersommerzeit, bzw 07.30 ChT (Chalkidiki-Zeit), erwache. Noch bläst draussen ein kalter Südwind. Also drehe ich mich um und schlafe noch 2 Stunden länger.  

 09.34 fährt mein Zug. Im 4 Minutenabstand fahren 3 weitere Züge unterschiedlicher Gesellschaften, an diesem ersten Osterfeiertag. Jeder Zug besteht nur aus 2 – 7 Wagen,  

 die 3 nachfolgenden Zügen sind theoretisch ausverkauft, auch in meinem hatte es gestern offiziell nur noch 5 freie Sitzplätze. Mich verwundert es nicht, dass jede dieser Privatbahnen nur dank fortwährender kräftiger staatlicher Zuschüsse, einem überteuerten Zusatzgeschäft und Bussen aller Art rentiert. Ich habe zB meine  

Sitzplatzreservierungskarte, die im Kopfkissen steckte und mich im Nacken zwickte, entfernt und müsste deswegen 200 Pfund bezahlen. Gestern habe ich mich mehrmals auf reservierten, aber nicht besetzten Sitzplätzen aufgehalten. Hierfür ist je Vorkommnis 50 Pfund Bussgeld geschuldet. Andererseits sind die Kontrollen an den Bahnhofzugangssperren so lasch, dass ich mich wundere, warum Schottland nicht längst zum Paradies der Schwarzfahrer geworden ist?!Mein Fensterplatz ist schon von einem Londoner beansprucht worden. 

Meinen Anspruch auf den Sitzplatz ignoriert er hartnäckig. Leider lässt sich auch niemand vom Zugpersonal blicken, henusode.  


Schöne Landschaft, immer wieder fährt der Zug der Meeresküste entlang. Tolle Ausblicke in  

Newcastle-upon-Tyne, Alnmouth Bay, Berwick-upon-Tweed, Dunbar. Ein paar Minuten nach 12 erreichen wir Edinburgh. Ich beschliesse die halbe Stunde Umsteigezeit auszudehnen und erst um 15.29 weiter zu reisen. 

Streune im Bahnhof umher,  


will Gepäck einstellen, 10 Pfund sind mir aber zuviel, (da soll noch mal ein Brite sagen in der Schweiz sei alles zu teuer), esse auf dem Biofood-Bahnhofsmarkt einen Highland Cattle Burger, laufe in die Altstadt, rauf zur  

 

St. Giles Kathedrale und Richtung Burg, geniesse die  


Aussicht und die wärmende Frühlingssonne, wobei angesichts des eisigen Südwinds Vorsicht geboten ist. Im Stadtpark blühen neben Osterglocken auch schon die ersten Rothodendren, T-Shirt und kurze Hosen sind angesagt, Bbbrrrrrr!

15.29 ab Edinburgh, reservierter Sitzplatz wiederum auf der falschen Seite, zum Landesinnern. Mein Sitznachbar, Michael, eine etwa gleichaltriger fescher Mann aus Aberdeen, bietet mir seinen Fensterplatz und unter Angabe seiner Handynummer auch seinen Support im Falle von Problemen an. Immer wieder zeigt er mir img_9724img_9719img_9720Sehenswürdigkeiten und macht mich auch auf schöne Ausflugsziele am Weg aufmerksam.

In den Zügen von Scotrail gibt es Gratis-WiFi, allerdings gibt es auch Regeln: die schweizerische Zeitung  

 

Blick und die deutsche Bild sind gesperrt wegen deren Frauenverachtenden Fotos auf Seite 3 (Blickgirl). Eine weitere Sache die ich lernen musste:  

 rechtzeitig zur Zugsabfahrt heisst hier 1 Minute vor Abfahrt im Zug drinnen zu sein.
Kurz vor 18 Uhr in Aberdeen, einer einstmals florierenden Grossstadt, die aber allzu lange nur aufs Erdöl/Erdgas gesetzt hat und nun im andauernden Niedergang ist. Herzliche Verabschiedung,  

 Hotelbezug im Station Hotel, relaxen,  

 Stadtspaziergang, Abendessen. Auf dem Heimweg sehe ich ein schönes altes Gemälde von Alba, gälisch für Schottland 

 

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