Die letzte Operation habe ich gut überstanden, nur mein Gedächtnis lässt mich zunehmend im Stich. Ich hätte gedacht, es gäbe nur bei Vollnarkose einen teilweisen Gedächtnisverlust!
Henusode, Passiert ist passiert!
Ich habe beim Frühstück ziemlich abgespeckt – wenn nur das eigene Körpergewicht auch so „abspecken würde“



Draussen ist es neblig, trüb und regnerisch. Es macht mir also nichts aus, hier zu liegen und behütet zu werden von einer Schar meist liebevoller Pflegefachfrauen und Pflegefachmannen.

Die Wolken verziehen sich bald, es trocknet ab, der Nebel verschwindet und die Berge kommen wieder zum Vorschein.

Ein liebevoll garniertes Mittagessen erwartet mich.


Ich liebe es jeden Tag von Neuem, wenn die Sonne langsam untergeht und die Berge in wechselndes Licht tauchen.



Die Physio war hier und hat mich aufgefordert, etwas zu tun damit mein Muskelabbau nicht so rasch erfolge, sondern eher ins Gegenteil wechsle.



Während meinen Übungen werde ich vom Seelsorger der Spitäler der fmi Gruppe aufmerksam beobachtet, kommentiert und fotografiert.

Offenes ehrliches Geradeaus-Gespräch. Das stellt auf, motiviert mich weiter zu leben, mich zu heilen bzw. mich heilen zu lassen, mich zu pflegen und gesund machen zu lassen!

Schau dir diese Foto an: Mann könnte meinen es sei Herbst, diese goldenen Farben machen mich an, erinnere mich daran, dass es da irgendwas anderes geben muss, das uns behütet auf dieser Erde.


Auch der Eiger hat zwischendurch mal einen Heiligenschein, wenn auch in schönstem Rosa.


Gut schmeckt das Dessert, zur Strafe oder als Belobigung muss ich aber noch ein wenig Muskelarbeit verrichten.

Danke an den Physio im fmi Spital Interlaken in Unterseen.
Warum um Himmels willen ziehe ich aber eine derart schreckliche Grimasse?!

Dabei ist das Leben doch so schön, erst recht dann wenn Mann Besuch von der älteren Schwester, die viel jünger aussieht, erhält!

Naja, dieser Vacuum-Verband macht mir doch mehr zu schaffen als ich zuzugeben bereit bin. Es sind nicht die Schmerzen, es ist auch nicht das zucken das mich hin und wieder die Wände hochgehen lässt.






Am 26. März, einen Tag vor der 3. Operation erhalte ich wiederum Besuch vom Seelsorger.
Nachdem ich ihm das letzte Mal von meiner Jugendzeit im Saanenland geschwärmt habe, von den Alpauf- und Alpabfahrten der Rinder, Ziegen, Schweine und weiteren Tieren, von der Arbeit im Stall und vom Heuen im Tal, sowie von den Alpen wo im Sommer nicht nur gekäst wurde, bringt mir doch der gute Mann ein Stück Käse mit, zieht mir quasi den Speck durch die Mundecken.


Gemeinsam geniessen wir ein paar Stücke, nur kleine Stücke, denn ich habe eigentlich schon Essverbot, da ich morgen ein 3. Mal operiert werden soll.
Herzlichen Dank lieber Herr Aebi!